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Aller Orten fehlt es an verständlicher und
leicht zugänglicher Information
Die Menschen einer Stadt, einer Region
brauchen einen Ort an dem sie zuverlässig über die Gesundheitsdienstleistungen
ihres Lebensraumes informiert werden. Einen Ort wohin sie sich im Fall von
Erkrankung, anstehender Gesundheitsvorsorge oder bestehender Angebote zur
Betreuung älterer Menschen wenden können. Ergänzend zu den Angeboten ihres
Arztes oder Leistungserbringers im Gesundheitswesen. Dies muss an einem Ort
sein, der leicht zu erreichen ist, indem man aufmerksam uns fachorientiert
beraten wird. Ein Ort indem man -- wenn
es gewünscht wird -- geschützt sprechen kann und in welchem die eigene
Souveränität der Willens- und Entscheidungsbildung grundsätzlich respektiert
und gefördert wird. Hier muss auf Informationen von Leistungsanbietern,
Krankenkassen, Selbsthilfe und anderen für die Gesundheit und Genesung
handelnden Einrichtungen Zugriff genommen werden können.
Die zeitgemäße Antwort lautet Regionale Gesundheitsagentur
Dabei ist es in Zeiten des Internets klar,
dass es dessen Lösungsformat ist, auf welches zur Anwendung gebracht wird.
Nahezu jede Information ist jederzeit verfügbar und kann mit sehr geringem
Aufwand -- an beliebigen Ort -- abgerufen und verwendet werden.
Notwendig ist gleichwohl die Möglichkeit
der persönlichen Ansprache. Als Informationsmakler können nur Personen handeln,
die sich ebenso mit den zu berücksichtigenden Qualitäts- und
Anwendungsstandards des Mediums und deren Anwender auskennen, als dass sie auch
„gute Berater" sein müssen, welche die Informationssuchenden entlang deren
Ziele, Fähigkeiten und Bedürfnissen unterstützen und kommunizieren. Nur wenn
dies gelingt, kann aus den Informationen des Internets (aber auch aus anderen
Informationsquellen) handlungsrelevantes Patienten bzw. Bürgerwissen entstehen.
Ein anspruchsvoller, gleichwohl durchaus realistischer Zielanspruch.
Neben der leicht zugänglichen Lage - am
besten im Fußgängerbereich (a) --, verwendeten Technik (b), Öffnungszeiten, die
sich an den umgebenden Ladengeschäften orientieren (c), der zuletzt benannten
Kunden- bzw. Bürgerorientierung (c), muss sich der Gesamtauftritt der
Beratungsstelle transparent und zeitgemäß darstellen (d): am ehesten entspricht
dieser dem Bild einer modernen Agentur oder Bank. Es ist kein weiter Weg, sich solch einen Ort
der Information und Beratung als Ausgangspunkt einer gezielten Zusammenführung
der örtlichen Dienstleister und Handelnden -- rund um das Handlungsfeld Gesundheitswesens
-- zu sehen. Woanders sollte der Aufbau einer „Regionalen Gesundheitsversorgung
" erfolgversprechender initiiert werden?
Definition Regionale Gesundheitsversorgung (RGV): Unter RGV werden
all diejenigen koordiniert vorgetragenen Aktivitäten einer Region oder auch
Stadt verstanden, die dem Ziel dienen die gesundheitliche Versorgungsqualität
(a), die Lebensqualität der Betroffenen (b) und die Attraktivität einer Region
(c) bestmöglich zu organisieren. Dabei wird eine Praxis gewählt, die sich
zusätzlich auch an dem Kriterium ökonomischer Fitness gegenüber zentral
vorgetragenen Versorgungsstrategien orientiert (d).
Über die verschieden Versorgungsstufen und
unterschiedliche Professionen kann eine -- Schritt für Schritt -- sowohl Laien
als auch professionelle Angebote
einbindende Versorgungspraxis entwickelt werden.
Angebote der Regionalen Gesundheitsagentur
Man braucht erneut nicht viel Phantasie um
sich vorstellen zu können, welche Leistungen und Angebote -- neben den Informations- und
Beratungsleistung -- noch in dieser „Regionalen Gesundheitsagentur" entstehen.
So ist die allseits, berechtigt geforderte, konsequente Orientierung an den
Möglichkeiten der Prävention hier ebenso gesetzt, wie solche die sich an
der Verbesserung der betrieblichen, schulischen und kommunalen
Gesundheitserhaltung orientieren.
Ganz sicher muss die Regionale
Gesundheitsagentur weitgehend
unabhängig - allemale von undurchsichtigen finanziellen -- Fremdinteressen
sein. Wie kann diese Voraussetzung erreicht werden, wenn doch die dazu
Aufgeforderten nur all zu oft an diesem Anspruch gescheitert sind? Gelingen
kann dies, indem das Kriterium der Qualitätsorientierung zum ultimativen
Kriterium des Beratungsprozesses erhoben wird. Darüber hinaus muss die
Trägerschaft ebenso wie der Betrieb solch einer „Regionalen Gesundheitsagentur"
transparent darstellbar sein (a), Partizipationsmöglichkeiten für Bürger (b),
die Kommune (c) und unterschiedliche Leistungsanbieter müssen ermöglicht werden
(d).
Man kann sich vorstellen, dass nicht jeder
- insbesondere unter den gegenwärtig Handelnden des Gesundheitswesens - gleich
begeistert über die Einrichtung solch einer „Regionalen Beratungsagentur" sein
sollte. Die Richtung der kritischen Einwände und die vorgebrachten Arguments
ist dabei leicht vorhersagbar: "Sie sind
keine Experten..............., die Dinge sind viel zu kompliziert................,
die Empfehlungskriterien sind ungültig.........., etc."
Indes ist es zum Maßstab aller
verantwortlich Handelnden geworden:
-
auf Transparenz zu achten,
-
allgemein akzeptierter Qualitätsstandards zu
berücksichtigen,
-
die Orientierung an den Zielen der Bürger zu suchen,
-
und der Bereitschaft und Methode zu lernen.
Nähere
Informationen unter:
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W. George / M. Bonow (Hrsg): Regionales Zukunftsmanagement
Band 1: Gesundheitsversorgung, Pabst Publisher, Lengerich 2007
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