Sonntag, 07. September 2008
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Themen-History ist ausgeschaltet: Qualitätsmanagement - Gewinne im Praxismanagement, Verluste in der Wettbewerbsfähigkeit
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Lutz Hofmann In diesem Thread wird dieser Artikel/Beitrag diskutiert: Qualitätsmanagement - Gewinne im Praxismanagement, Verluste in der Wettbewerbsfähigkeit



Verehrte Autoren des Artikels, liebe Mitleser,



für die Benotung von Klassenarbeiten kann der Lehrer bekanntlich Punkte/Noten für den Rechenweg vergeben, auch wenn das Ergebnis letztendlich falsch ist. Ob diese Teilbenotung die Klassenarbeit des Autors nun rettet, mag dahinstehen, wird von mir jedenfalls stark bezweifelt.



Um es an einem Beispiel deutlich zu machen, wurden hier zwei Sportler, sagen wir ein Zehn-Kämpfer mit einem Hochspringer verglichen. Smart und behende springt der eine über eine 20 cm höhere "Wirtschaftslichkeitslatte" als der Allrounder. Und weil kein aufwendiges QM eingeführt wurde, ist die Mitarbeiterzufriedenheit mangels Mehraufwand auch höher. Und dass sich diese tirriliernde Zufriedenheit auf die Patienten überträgt, ist durch die bekannten Ursache-/Wirkungszusammenhänge ausreichend behandelt und bewiesen.



So wird also in diesem "Schnellgericht" ein Schluß gezogen, der so gar nicht stimmen kann. Zum einen ist der begrenzende Faktor für Zusatzaktivitäten immer die Zeit. Und wenn ich dieses knappe Gut in die Umsetzung eines QM-Systems stecke, fehlt sie mir vice versa für andere, wie hier angegeben, z.B. Marketingmaßnamen.



Zum anderen geht es ja nicht um "entweder / oder" sondern ausschließlich um "sowohl / als auch". So müssen / sollten alle Maßnahmen egal aus welchem der im Artikel angeführten Bereiche ebenfalls in irgendeiner Form standardisiert werden. Das QM spricht hier von einem Verfahren.



Um zu meinem Beispiel zurückzukommen, sei die Frage gestattet, warum man den Zehn-Kämpfer gemeinhin den "König der Leichtathletik" nennt?!



Mein Urteil: Der Artikel und damit die dahinterstehende Befragung ist viel zu kurz gesprungen. Dem Autor empfehle ich im Zusammenhang dringend, einen Blick z.B. in Wikipedia zu werfen und sich einmal die Begriffsdefinition von "Strategie" anzuschauen. Nicht nur hier sondern in der ganzen seriösen Managementliteratur ist eindeutig von "langfristig" die Rede, und nicht wie vorliegend, von einem Untersuchungszeitraum von gerade einmal 1,5 Jahren.



Letztendlich sei noch angemerkt, dass sich "Management" und "Strategie" nicht wie vom Autor suggeriert gegenüber stehen, sondern dass die Strategie (-entwicklung, -verfolgung...) eine Teildisziplin des Managements ist. Allein wegen dieser unprofessionellen Verwendung von Terminus, müssten weitere, erhebliche Punktbzüge in der Teilbenotung berücksichtigt werden.



Zuguterletzt empfehle ich dem Autor noch die Wiederholung seiner Statistik-Klausur: Die Steigerung der Weiterempfehlungsquote von 38,6% auf 49,7% beträgt nicht 11,1%, sondern 28,8 % - höchsthilfsweise 11,1 %-Punkte!



Nach den wieder eingeführten Kopfnoten im Zeugnis kann ich nur urteilen: Der Schüler war stets bemüht...



Mein persönliches Fazit:



Ein solcher Artikel ist offensichtlich goldwert für alle Kritiker des § 135 SGB V und platinwert für alle Beraterscharlatane, die sich nur auf die kurzfristige Vermittlung reißerischer Werbemittel und -kampagnen verstehen. Denen sei aber zugerufen: "Hinten sind die Enten fett!" Toyota und Porsche sind die wahren Meister von Strategie und QM; und deren Weg war bekanntlich sehr sehr lang - viel länger jedenfalls als die vorliegende 1,5-Jahre-Studie!



Und ist es ein solcher Artikel "wert", auf einer Plattform veröffentlicht zu werden, deren Domain .info ist?



Mit freundlichen Grüßen



Lutz Hofmann



PS: Da sicherlich meine Email-Adresse angegeben wird, freue ich mich jetzt schon über Reaktionen!
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