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| Henning Fahrenkamp |
Die Parlamentarische Staatssekretärin Marion Caspers-Merk hat anlässlich der Vorstellung des Arzneimittelreports der Gemünder Ersatzkasse (GEK) Verschwendung in Milliardenhöhe bei der Verordnung von Medikamenten beklagt.
Hierzu erklärte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie: „Alle Jahre wieder bläst die GEK und das Ministerium zur Jagd auf die Pharmabranche und wirft Ärzten angeblich verschwenderisches Verordnungsverhalten vor.
Statt endlich nachhaltige Strukturreformen auf den Weg bringen, wird mit Pauschalvorwürfen jongliert und versucht eine ganze Branche und einen Berufsstand in die Ecke zu drängen. Die gebetsmühlenartig jährlich wiederkehrenden Vorwürfe sind so durchsichtig wie haltlos.“ |
| Pressemitteilung des BMG |
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Marion Caspers-Merk: Studie belegt Verschwendung und Risiken bei der Verordnung von Medikamenten
Zur Vorstellung des diesjährigen Arzneimittel-Reports der Gmünder Ersatzkasse (GEK) erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk:
„Der Arzneimittel-Report unterstreicht, dass es dringend notwendig war, mit unserem Gesetz zur Wirtschaftlichkeit bei den Arzneimittelverordnungen – dem AVWG – für einen ökonomischeren Umgang bei der Verschreibung von Medikamenten zu sorgen. Die Entwicklung bei den Generika-Preisen zeigt zudem, dass das Gesetz die richtigen Maßnahmen enthält. Das Gesetz wirkt. Die Preisabsenkungen bei den Generika bringen mehr Wettbewerb und entlasten die Patientinnen und Patienten bei Zuzahlungen.
Der Report beziffert die Kosten für Medikamente, die den Patientinnen und Patienten nicht mehr nutzen als preisgünstigere, mit drei Milliarden Euro. Das sind 0,3 Beitragssatzpunkte aus den Taschen der Versicherten. Ärztinnen und Ärzte verordnen in zu vielen Fällen teure Analog- und Originalpräparate, die durch günstige Generika ersetzbar wären. Es wird genauso viel Geld für innovative, medizinisch notwendige Arzneimittel ausgegeben wie für teure Analogpräparate ohne medizinischen Zusatznutzen.
Jetzt kommt es darauf an, das Maßnahmenpaket des AVWG wirklich zu nutzen. Die Absenkung der Festbeträge, die Einführung des Generikarabatts und die Zuzahlungsbefreiung für besonders preiswerte Festbetragsarzneimittel können dazu beitragen, dass Ärzte und Patienten gemeinsam den Umstieg von teuren Originalpräparaten und besonders von teuren Analogpräparaten auf günstige Generika anstreben. Davon würden alle profitieren. Und je stärker günstige Festbetragsarzneimittel von Patienten nachgefragt werden, desto größer wird der Anreiz für die Industrie, die Preise zu senken. Daneben vergrößert sich der Spielraum der Krankenkassen, für weitere Festbetragsgruppen eine Zuzahlungsbefreiung vorzusehen und gezielt Verträge zur kostengünstigen Arzneimittelversorgung zu schließen.
Neben dem Kostenaspekt nimmt der Report auch die Qualität der Arzneimittelversorgung bei älteren Menschen ins Visier. Der Report belegt, dass ältere, an mehreren Krankheiten leidende Patientinnen und Patienten zu viele Arzneistoffe gleichzeitig verordnet bekommen. Zudem sind viele dieser Arzneistoffe für alte Patienten nicht geeignet. Hier sind die Ärzte aufgefordert, bei der Auswahl der Arzneimittel die Besonderheiten des älteren Menschen in Stoffwechsel und Konstitution zu beachten. Dazu kann auch die Erstellung einer Liste hilfreich sein, die für ältere Menschen ungeeignete Arzneimittel aufführt. Damit hätten Ärzte und Patienten eine Orientierung und die Therapie würde für ältere Patienten sicherer und verträglicher. Sicherlich kann auch die Umsetzung der vom Gemeinsamen Bundesausschuss empfohlenen Anpassung der strukturierten Behandlungsprogramme dazu beitragen, langfristig die Versorgung alter und an mehreren Krankheiten leidender Patienten zu verbessern. Um für diese Patienten eine bestmögliche Versorgung sicher zu stellen, sollen danach die Erfordernisse der gleichzeitigen Behandlung mehrerer chronischer Krankheiten in den strukturierten Behandlungsprogrammen (Disease-Management-Programme – DMP) künftig stärker berücksichtigt werden.
Auch bei der Hormonersatztherapie für Frauen in den Wechseljahren lässt der Report neue Besorgnis aufkommen. Es zeichnet sich ab, dass wieder vermehrt Hormone auch dann eingesetzt werden, wenn es nicht zwingend notwendig ist. Über die Risiken einer solchen Therapie kann niemand mehr im Unklaren sein. Ich fordere Ärztinnen und Ärzte auf, sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst zu sein. Nach dem Stand der Wissenschaft kann es keinen Zweifel geben, dass die Hormonersatztherapie nur in besonderen Fällen und nur kurzzeitig eingesetzt werden sollte.“
Weitere Informationen zum Report im Internet unter: www.gek.de |
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