Joachim Preißler
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Nutzlose Gesundheitsförderung bei krankmachender Unternehmenskultur? - 07/02/2006 12:48
In diesem Thread wird dieser Artikel/Beitrag diskutiert: Nutzlose Gesundheitsförderung bei krankmachender Unternehmenskultur?
Der Beitrag trifft ins Schwarze und macht das eigentliche Dilemma, in dem sich Deutschland derzeit insgesamt befindet, deutlich.
Denn Deutschland krankt v.a. an krankmachenden Strukturen, die die Menschen nicht motivieren und Innovationen, die immer wieder gefordert werden, eher verhindern als befördern helfen.
- Unnötige und überflüssige Hierarchiestufen und bürokratische Hindernisse, in der Verwaltung wie in (großen) Unternehmen, die bei aller Berechtigung für geordnete Strukturen und Abläufe zunehmend lähmen anstatt Prozesse befördern zu helfen - fehlendes fach- und ressortübergreifendes Denken, das über den "Tellerrand" hinausschaut, neue Perspektiven eröffnet und Innovationen zum großen Teil erst möglich macht - mangelnde Führung mit "Kopf, Herz und Hand", die Sinn und Sinnhaftigkeit des Tuns vermittelt und zugleich Raum für eigenverantwortliches Handeln läßt
sind nur einige Stichworte für eine Unternehmenskultur, die entmutigt statt ermutigt, die demotiviert statt motiviert und die letztlich auch krank-macht anstatt gesundheitsförderlich zu wirken.
Projekte zur Gesundheitsförderung sind geshalb gut und richtig, v.a. wenn sie auf Settings (= soziale "Räume"), wie z.B. Unternehmen, Schulen, Krankenhäuser ausgerichtet sind.
Sie bleiben aber meistens punktuell begrenzt und zeitlich beschränkt, wenn sie von außen aufgesetzt sind, nicht zur Unternehmenskultur passen und nicht ins Umfeld integriert sind.
Aus diesem Grunde haben wir einen "Verein zur Förderung von Innovationen in der Gesundheitswirtschaft in der Region Dresden e.V." gegründet, der sich neben der Förderung von Gesundheits-Unternehmen in der Region Dresden auch dem Thema "Regionale Gesundheitsförderung" widmet. Gesundheit wird eben auch und v.a. in der konkreten Lebensumwelt und Region "produziert".
Damit gilt auch für Regionen wie für Unternehmen: Man muß das Ganze im Blick haben, wenn man die Teile "heilen" will.
Joachim Preißler Dipl.- Philosoph Dipl.-Gesundheits- wissenschaftler joachim.preissler@redimed.de
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