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Fast 13 Millionen Euro werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in ein Großprojekt zur minimal-invasiven orthopädischen Chirurgie (OrthoMIT) investiert. Das Hauptziel des Projektes ist die Entwicklung einer integrierten Plattform für die schonende operative Therapie von Knochen- und Gelenkerkrankungen in Orthopädie und Traumatologie.
Das Institut für Medizinische Physik der Universität Erlangen-Nürnberg
unter der Leitung von Prof. Dr. Willi Kalender ist in dem
OrthoMIT-Gesamtvorhaben mit einem Teilprojekt zur 3D-Bildgebung im
Operationssaal und als Leiter des Scientific Board aktiv. Zwei
Spin-offs des Institutes, die VAMP GmbH und die CAS Innovations AG,
sind ebenfalls bei OrthoMIT beteiligt.
Die BMBF-Förderung trägt dazu bei, die Region Erlangen-Nürnberg als
weltweit anerkanntes Kompetenzzentrum für Medizinische Physik und
Technik auszubauen. Es werden in den nächsten fünf Jahren rund 2,2 Mio
EURO als Fördergeld nach Erlangen fließen und damit auch
hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.
Die Orthopädische Chirurgie betrifft pro Jahr mehr als eine Million
Patienten in Europa. Über 150.000 Hüft- und 80.000
Kniegelenkersatzoperationen werden jedes Jahr in Deutschland
durchgeführt, wobei 20 Prozent dieser Eingriffe eine Revisionsoperation
darstellen, d.h. es wird ein früher implantiertes Kunstgelenk ersetzt.
Mit steigender Lebenserwartung nehmen die Bedeutung von Operationen und
die damit verbundenen Risiken und Kosten für jeden einzelnen Patienten
zu. Nebenfolgen eines Eingriffs können zu einer Minderung der
Lebensqualität und zu hohen Kosten durch Krankenhausaufenthalt und
Rehabilitation sowie zum Verlust von Arbeitskraft, Mobilität und
Eigenständigkeit führen.
Heute tendiert auch die orthopädische Chirurgie zu minimal-invasiven
Eingriffen mit den Vorteilen einer schnelleren Mobilisierung und
kürzeren Erholungszeiten aufgrund eines geringeren Weichgewebetraumas.
Minimal invasive Prozeduren und neue Implantatkonzepte fordern hohe
Präzision, Geschicklichkeit und Erfahrung spezialisierter Chirurgen
sowie auch zusätzliche technische Unterstützungssysteme wie z.B.
Bildgebung und Navigation. OrthoMIT wird daher eine integrierte
Demonstratorplattform für schonende Interventionen und Therapie mit
Modulen für Hüft , Knie- und Wirbelsäulenchirurgie entwickeln, die eine
an die individuelle Situation und den Bedarf angepasste therapeutische
Vorgehensweise ermöglicht.
Das Erlanger Institut für Medizinische Physik (IMP) unter Leitung von
Prof. Dr. Willi Kalender ist an OrthoMIT mit dem Teilprojekt
intraoperative 3D-Bildgebung beteiligt. Die 3D-Bildgebung mit
Röntgen-Computertomographie (CT) hat in den letzen Jahren ein
beeindruckendes Leistungsniveau erreicht und sich für viele
minimal-invasive bildgestütze Interventionen als Methode der Wahl
etabliert. Die Einführung von Mehrzeilen-Detektoren und neuer
Bildrekonstruktionsarlgorithmen haben zur Kegelstrahl-CT geführt. Es
bietet sich also an, C-Bogen-Geräte, die mit Flachbilddetektoren
ausgerüstet sind und damit im Kegelstrahlverfahren arbeiten, im
Operationssaal für CT-Bildgebung einzusetzen.
Als eines der führenden Institute auf dem Gebiet der Medizinischen
Bildgebung widmet sich das Erlanger Institut der Entwicklung und
Integration von Methoden zur intraoperativen multiplanaren und
volumetrischen CT-Bildgebung. Ziel des Projektes ist ein hohes
Bildqualitätsniveau mit deutlich verbesserter Ortsauflösung bei einer
akzeptablen Strahlendosis im Operationssaal bereitzustellen. Die VAMP
GmbH, ein Spin-off des Institutes, übernimmt die Integration der
entwickelten Bildgebungskonzepte in die Demonstratorplattform von
OrthoMIT. Die Projektdurchführung erfolgt in Kooperation mit Siemens
Medical Solutions.
CAS Innovations AG, ein weiteres Spin-off des Institutes für
Medizinische Physik, leitet das Teilprojekt Planungs- und
Navigationsmodule in Zusammenarbeit mit weiteren Industrie- und
universitären Partnern. Ziel der Forschungsarbeiten ist die Entwicklung
von minimal invasiven Operationsverfahren mit hoher Genauigkeit und der
damit einhergehenden Erhöhung der Patientensicherheit im Bereich der
Hüft-, Knie- und Wirbelsäuleneingriffe. Die Kombination von
intraoperativer Bildgebung, computergestützter Navigation und die
Entwicklung neuer chirurgischer und Miniaturrobotersysteme soll eine
erhöhte Präzision und Effizienz bei gleichzeitiger Reduzierung der
Belastung des Patienten ermöglichen.
An OrthoMIT sind unter der Leitung der Chirurgischen Klinik der RWTH
Aachen (Prof. F. U. Niethard) 21 nationale Einrichtungen und Institute
beteiligt. Das Vorhaben ist auf eine Gesamtlaufzeit von fünf Jahren
ausgelegt. Das BMBF fördert das Gesamtprojekt mit 12,85 Mio. Euro.
Projektstart war der 1.Juli 2005. Der Gesamtförderbetrag für das IMP
wird bis 2010 ca. 938.300 Euro betragen. Die VAMP GmbH erhält ca.
570.900 EUR, und die CAS Innovations AG wird mit ca. 695.400 Euro
unterstützt.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Willi Kalender
Institut für Medizinische Physik
Tel.: 09131/85-22310
willi.kalender@imp.uni-erlangen.de
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