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In der Region Nord (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen) ist die Anzahl der postmortalen Organspenden im ersten Halbjahr 2005 mit einem Zuwachs von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erneut angestiegen.
Dieses erklärte Dr. Helmut Kirschner von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in der Region Nord auf dem diesjährigen Jahrestreffen der Transplantationsbeauftragten, zu dem DSO, Hamburgische Krankenhausgesellschaft (HKG) und Ärztekammer Hamburg gemeinsam eingeladen hatten.
Kirschner dankte den Anwesenden für ihr Engagement in den vergangenen Jahren. "Gemeinsam mit Ihnen haben wir erreicht, dass die Organspende in der Region Nord auf einem überdurchschnittlichen Niveau steht", so der Mediziner. Dennoch seien aus seiner Sicht weitere Anstrengungen nötig, um allen Patientinnen und Patienten auf der Warteliste zeitnah die notwendige Transplantation zu ermöglichen.
Dr. med. Klaus Beelmann, Geschäftsführender Arzt der Ärztekammer Hamburg, unterstrich, dass die Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende als unverzichtbarer Beitrag, der in den Möglichkeiten jedes einzelnen liege, noch nicht den Umfang erreicht habe, der aus medizinischer Sicht mit Blick auf die Notlage der Empfänger wünschenswert sei. Beelmann wies außerdem hin auf die neue EU-Richtlinie zu Gewebe- und Zellspenden. Infolge der Richtlinie sei es erforderlich, Angehörige separat über Organspenden einerseits sowie Gewebe- und Zellspenden (z.B. Augenhornhäute, Herzklappen) andererseits aufzuklären. "Die verschiedenen Möglichkeiten und Chancen für eine Transplantation sollten jedoch in einem einzigen Gespräch erklärt werden. Die beteiligten Ärzte müssen sich dazu miteinander abstimmen."
HKG-Geschäftsführer Jürgen Abshoff hob hervor, dass die Krankenhäuser sich ihrer besonderen Verantwortung für die Organspende bewusst seien. Dabei zeige gerade der in den letzten anderthalb Jahren erreichte positive Trend der Organspende in Hamburg, "dass es nicht auf gesetzliche Regelungen oder gar Sanktionen für die Krankenhäuser ankommt, als vielmehr auf die Aufklärung, Motivation und vor allem bestmögliche Unterstützung der auf den Intensivstationen tätigen Personen." Abshoff dankte den Verantwortlichen in den Kliniken sowie der DSO-Koordinierungsstelle für die geleistete Arbeit und betonte die Notwendigkeit, die gemeinsamen Anstrengungen fortzusetzen.
In einem Grußwort hatte zuvor der Leiter des Amtes für Gesundheit und Verbraucherschutz in der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit in Hamburg, Senatsdirektor Norbert Lettau, erklärt: "Recht zufrieden und mit Optimismus stellen wir fest, dass sich die Zahl der Organspenden im 1. Halbjahr 2005 im Bundesdurchschnitt erfreulich entwickelt und im Vergleich mit den zurückliegenden zehn Jahren den höchsten Stand erreicht hat. Damit wollen wir uns in Hamburg aber nicht begnügen. Der Senat wird sich deshalb auch zukünftig dafür einsetzen, dass durch eine dauerhafte Sensibilisierung für das Thema in der Öffentlichkeit und in den Krankenhäusern sowie durch Optimierungen bei den organisatorischen Abläufen der Organentnahme, das Ziel einer nachhaltigen Steigerung der Organspenden erreicht wird."
Auf der sich anschließenden Fachtagung wurden Referate zu organisatorischen, politischen und zu medizinischen und ethischen Aspekten der Organspende gehalten. Dabei gingen die Referenten unter anderem auf die Themen Empfängerschutz und Patientenverfügung sowie auf die Organspende als persönliche und berufliche Herausforderung ein.
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