Samstag, 22. November 2008
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Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen erfolgreich gesenkt

14.10.2005 Quelle: Springer-Verlag   

2004 war das bisher erfolgreichste Jahr bei der Senkung der Arzneimittelausgaben in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Mit einem über zehnprozentigen Rückgang sank der Bruttoumsatz für Fertigarzneimittel um nahezu 2,5 Mrd. Euro von 24,1 Mrd. Euro im Jahre 2003 auf 21,7 Mrd. Euro in 2004.

Noch drastischer lässt sich der Rückgang bei den verordneten Packungen beziffern. Wurden 2003 noch 749 Mio. Packungen verordnet, gingen diese Zahlen um fast ein Viertel auf 570 Mio. Packungen zurück. Das über viele Jahre überproportionale Wachstum des Arzneimittelsektors konnte so gebremst werden, dass der Ausgabenanteil für Arzneimittel an den GKV-Leistungsausgaben auf 15,6 Prozent zurückging. Damit liegen die Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherungen für Arzneimittel mit 21,8 Mrd Euro unter den Kosten für ärztliche Behandlungen (23,0 Mrd. Euro).

Ausschlaggebend für den Erfolg der rückläufigen Arzneimittelausgaben sind die Auswirkungen des 2004 in Kraft getretenen GKV-Modernisierungsgesetzes (GMG). Dennoch, so konstatieren die Herausgeber des Arzneiverordnungs-Report, ist für das erste Halbjahr 2005 ein dramatischer Neuanstieg um über zwanzig Prozent festzustellen. Der Arzneitherapie bei Kindern ist in diesem Jahr ein besonderes Kapitel gewidmet. Der Report erscheint jährlich seit 1985.

Den größten Einfluss auf den Rückgang der Arzneimittelumsätze hatte der weitgehende Ausschluß von rezeptfreien Medikamenten aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen. Weitere wichtige Maßnahmen seitens des Gesetzgebers waren Änderungen der Zuzahlungsregelungen und der Arzneimittelpreisverordnung sowie die Erhöhung der Herstellerrabatte. Darüber hinaus kam die Erhöhung der Patientenzuzahlung sowie die Einführung der Praxisgebühr zum Tragen.

Noch offene Einsparpotenziale

Trotz vieler Kostensenkungen gibt es noch immer ein großes Einsparpotenzial, das der Arzneiverordnungs-Report für 2004 auf 2,9 Mrd. Euro beziffert (Vorjahr 4,5 Mrd.Euro). Für die Generika haben die Herausgeber Wirtschaftlichkeitsreserven von 1,1 Mrd. Euro (Vorjahr 1,45 Mrd. Euro) errechnet. Bei den Analogpräparaten sind die Einsparpotenziale von 2,0 Mrd (2003) auf 1,2 Mrd. Euro zurückgegangen.

Ursache dafür ist die Tatsache, dass durch die neue Arzneimittelpreisverordnung teure Präparate billiger und preiswerte Generika teurer wurden. Bei den umstrittenen Arzneimitteln berechneten die Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports 2005 ein Einsparpotenzial von 600 Mio. Euro gegenüber 1,0 Mrd. im Vorjahr. Im diesjährigen Arzneiverordnungs-Report werden erstmals die führenden Arzneimittelhersteller mit ihrem Produktsortiment, ihren Preise sowie ihren Einsparpotenzialen des Jahres 2004 präsentiert.

Qualität der kinderärztlichen Arzneitherapie

Trotz großer Fortschritte gibt es bei Kindern immer noch erkennbare Defizite in der Anwendung und Prüfung von Arzneimitteln. Im Vordergrund steht das in der Kinderheilkunde seit langem bekannte Problem der Anwendung von Medikamenten außerhalb der Zulassung (Off Label Use). Noch häufiger werden bei Kindern in der ambulanten Therapie Arzneimittel eingesetzt, die zwar für diese Altersgruppe zugelassen sind, aber keine ausreichende Evidenz für einen therapeutischen Nutzen haben.

Dazu gehören vor allem rezeptfreie Medikamente aus den Gruppen der Expektorantien (schleimlösende Mittel), Rhinologika (Nasentropfen), Magen-Darm-Mittel und Dermatika (zur Hautbehandlung). Für das Jahr 2004 berechnet der Arzneiverordnungs-Report für Kinder und Jugendliche 71,3 Mio. Verordnungen mit einem Umsatzvolumen von 1,01 Mrd. Euro. Mit diesem Anteil von 4,7 Prozent an den gesamten Arzneimittelausgaben benötigen Kinder deutlich weniger Arzneimittel als Erwachsene.

Der Arzneiverordnungs-Report gilt als Standardwerk und genießt hohe Anerkennung in allen wichtigen Gremien und Verbänden, die sich mit Fragen der Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik in Deutschland beschäftigen.

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