| Samstag, 22. November 2008 |
Interview mit Prof. Dr. med. Peter Schönhöfer
Die aktuelle Studie der Verbraucherzentrale und dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) untersucht Arzneimittel-Packungsbeilagen. Das ernüchternde Ergebnis: Die aktuell im Arzneimittelmarkt befindlichen Gebrauchsinformationen sind weder lesbar noch verständlich.
Nahezu jeder dritte Patient fühlt sich durch die Packungsbeilage verunsichert.
In der Studie wurden unter anderem die Beipackzettel der 100 verordnungsstärksten Arzneimittel unter die Lupe genommen. 70 gesetzlich Krankenversicherten prüften diese im Hinblick auf Lesbarkeit und Verständlichkeit bewerten. Zusätzlich hat das WIdO 1.900 Versicherte über ihre Einstellung zu Packungsbeilagen befragt.
Einerseits schätzen die befragten Verbraucher die Gebrauchsinformation in ihrer überwiegenden Mehrheit als wichtige Informationsquelle zum Arzneimittel ein und lesen sie auch in den allermeisten Fällen.
Gleichzeitig fühlt sich jedoch jeder dritte Verbraucher durch die Packungsbeilage verunsichert, und 28 Prozent der Befragten geben an, ein Medikament schon einmal aufgrund der Informationen der Packungsbeilage abgesetzt oder gar nicht erst genommen zu haben.
Insgesamt halten 42 Prozent der Verbraucher Packungsbeilagen für zu lang, 20 Prozent für unverständlich und 17 Prozent halten die Schriftgröße für zu klein. Keiner der untersuchten Beipackzettel hatte die geforderte Mindestschriftgröße von acht Punkt Didot. Auch war über ein Viertel der Fremdwörter nicht übersetzt.
Markus Güntzel |
Patrice Raies |