Montag, 06. Oktober 2008
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Gesundheitswesen bleibt Wachstumsbranche

29.11.2005 Quelle: Roland Berger Strategy Consultants   

Foto: aboutpixel.deDas Gesundheitswesen, die größte Branche der deutschen Volkswirtschaft, verfügt über ein viel versprechendes Wachstumspotenzial. Denn sie verbindet Dienstleistung mit Hightech und auch die demografische Entwicklung arbeitet ihr zu.

Anstelle der öffentlich diskutierten Fragen zu Kosten und Finanzierung sollten daher die Wachstumschancen im Gesundheitssektor ergriffen und Innovationen forciert werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie von Roland Berger Strategy Consultants "Innovation und Wachstum im Gesundheitswesen".

Für die Studie, die in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Klaus-Dirk Henke von der TU Berlin entstanden ist, wurden rund 20 Branchenexperten befragt. Neben einer Bestandsaufnahme zeigt sie Trends und Chancen im Gesundheitssektor auf.

Seit Mitte der neunziger Jahre ist der Gesundheitssektor jährlich um etwa einen Prozentpunkt schneller gewachsen als die gesamte deutsche Wirtschaft; über vier Millionen Menschen, also jeder zehnte Erwerbstätige, sind hier beschäftigt. Bis zum Jahr 2020 wird der Gesundheitsmarkt sogar von heute 260 Milliarden Euro auf über 450 Milliarden Euro anwachsen, so die Prognose der Autoren.

Nicht nur die Gesundheitsbranche wächst, sondern auch die Ansprüche der Patienten. Sie werden mündiger und verlangen Transparenz, damit sie selbst entscheiden können, welche Leistungen sie in Anspruch nehmen. Dafür sind die Menschen auch bereit, Gesundheitsleistungen privat zu finanzieren. So gaben die Deutschen 2003 etwa 50 Milliarden Euro für ihre Gesundheit aus und bezahlten damit knapp 20 Prozent aller Gesundheitsleistungen aus eigener Tasche. Private Gesundheitsausgaben in Innovationen stecken Private Finanzierung sollte zudem stärker für Innovationen genutzt werden, fordern die Autoren. Denn wer mehr Geld in seine eigene Gesundheit investiert, profitiert so auch von den neuesten therapeutischen Errungenschaften.

Um weitere Mittel für die in der Medizin so wichtigen Innovationen frei zu machen, empfehlen die Autoren zudem, das solidarisch finanzierte System konsequent auf Ineffizienzen, wie zum Beispiel Doppelbehandlungen, zu durchforsten. Zudem könnten mittels systematischer Therapievergleichsforschung veraltete, medizinisch sinnlose oder gar schädliche Behandlungsmethoden aussortiert werden. Auch Politik und Verbände sind in der Pflicht.

Damit der Gesundheitsmarkt und die Anzahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen weiter wachsen, gilt es, Innovationen in Forschung und Leistungen zu fördern. Dazu zählt auch eine Deregulierung der Strukturen, damit durch das Mehr an Wettbewerb Qualität und Innovationen zunehmen. So sollten beispielsweise Zusammenschlüsse zwischen den unterschiedlichen Arten von Krankenversicherern zugelassen oder auch der Rahmen für Direktverträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern erweitert werden. Daneben könnten die Bürger durch Zertifizierungssysteme für die Anbieter von Gesundheitsleistungen die Qualität leichter selbst beurteilen.

Die vollständige Studie finden Sie hier

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