| Dienstag, 07. Oktober 2008 |
Management
Kommunikation: Warum alles billiger und trotzdem teurer wird
"Lass uns Schluss machen, sonst wird es zu teuer" - vor der Öffnung des Telefonmarktes 1998 ein häufig gehörter Satz. Die Minutenpreise waren damals höher, und trotzdem sind die privaten Ausgaben für Telekommunikation seitdem immens gestiegen.
Klar, vor sieben Jahren gehörten Handys noch nicht zum Standard, von DSL-Anschlüssen oder VoIP-Tarifen ganz zu schweigen. Doch das Vorhandensein neuer Techniken erklärt die höheren Ausgaben nur zum Teil. Schuld an den gestiegenen Kosten ist vor allem die Strategie vieler Anbieter, die Fixkosten zu erhöhen und die variablen Kosten zu senken. So fallen niedrige Minutenpreise nämlich nicht mehr so arg ins Gewicht.
1998 hat ein durchschnittlicher deutscher Haushalt 48 Euro im Monat für Telekommunikation ausgegeben, 2003 waren es schon 66 Euro, heute sind es Umfragen zufolge über 80 Euro. Ein einfacher Telefonanschluss kostet heute im Schnitt drei Euro mehr im Monat als vor fünf Jahren, der Preis für den DSL-Anschluss hat sich in dieser Zeit gar verdoppelt. Dadurch kommen beträchtliche Summen zusammen, denn diese Gebühren sind jeden Monat futsch, egal, wie günstig die dazugehörigen Minutenpreise oder Surfpakete sind.
Die Pakete selbst sind ein weiterer Teil des Problems: Überall gibt es Flatrates und Pakettarife, man bucht oft mehr, als man braucht. Das gilt für den DSL- und Festnetz-Markt genauso wie für Handytelefonate oder Datendienste. Fazit: Die Minutenpreise sind niedrig wie nie, doch davon hat man nichts, wenn man zu große Pakete kauft. Vor dem Abschluss von Pauschaltarifen sollte man deshalb genau ausrechnen, ob man diese wirklich braucht.
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