| Sonntag, 12. Oktober 2008 |
Gesundheit
Medikamente - Entwicklung auf dem GKV-Markt 2005
Im vergangenen Jahr haben die Ärzte etwa mehr Medikamente zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnet, als in 2004. Wurden in 2004 weniger als 630 Millionen Packungen auf Kassenrezept verschrieben, waren es im abgelaufenen Jahr immerhin knapp 648 Millionen.
Das entspricht einem Zuwachs von 3,2 Prozent. Damit blieben die Ärzte aber immer noch deutlich unter der Verordnungsmenge von 2003, als sie noch fast 820 Millionen Packungen auf Kassenrezept verordnet hatten. Dabei ging die Menge der verordneten apothekenpflichtigen Arzneimittel - das sind Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, aber nur in Apotheken abgegeben werden dürfen - im GKV-Markt letztes Jahr mit einem Minus von 2,1 Prozent erneut zurück.
Dagegen verzeichneten die rezeptpflichtigen Arzneimittel ein Verordnungsplus von knapp vier Prozent (+3,9 Prozent). Gleichwohl wurden 2005 auch in diesem Marktsegment fast 37 Millionen Packungen weniger verordnet als 2003. INSIGHT Health ermittelte diese Werte auf der Basis von Daten der Apothekenrechenzentren zu den zu Lasten der GKV verordneten Arzneimitteln. Mit einem Verordnungsplus von 6,1 Prozent legten die Generika im abgelaufenen Jahr über Marktniveau zu. Sie konnten ihren Anteil an allen GKV-Verordnungen damit von 53 Prozent in 2004 auf gut 54,5 Prozent erhöhen.
Gleichzeitig ging die Menge der verordneten Originalpräparate, deren Patentschutz abgelaufen ist, auch im vergangenen Jahr zurück. Mit einem Minus von 3,35 Prozent sank ihr Marktanteil im vergangenen Jahr von 20,8 Prozent in 2004 auf zuletzt 19,4 Prozent. Nahezu unverändert repräsentierten patentgeschützte Arzneimittel einen Verordnungsanteil von 9,9 Prozent (2004: 9,8 Prozent). Wirft man einen Blick in das Verordnungsverhalten verschiedener Ärztegruppen, so fällt auf, dass die Allgemeinärzte und die Internisten, die zusammen für fast drei Viertel aller GKV-Verordnungen verantwortlich sind, mit +4,0 bzw. +4,4 Prozent über dem Durchschnitt zugelegt haben.
Von den Arztgruppen, die für einen größeren Verordnungsanteil stehen, gilt das mit einem Verordnungsplus von 5,7 Prozent auch für die Kinderärzte. Dagegen legten andere verordnungsrelevante Facharztgruppen entweder nur gering zu (z.B. Nervenärzte +2,5 Prozent) oder verordneten sogar weniger als in 2004 (z.B. Orthopäden -4,4 Prozent, Frauenärzte -5,2 Prozent). Allerdings ist der durchschnittliche Wert je verordneter Packung seit 2002 kontinuierlich gestiegen.
Kostete jede auf Kassenrezept verordnete Packung 2002 noch 30,23 EUR zu Apothekenverkaufspreisen, so stieg ihr Wert über 32,55 EUR in 2003 und 38,02 EUR in 2004 im vergangenen Jahr auf 39,85 EUR. Bei den rezeptpflichtigen Arzneimitteln lag der durchschnittliche Apothekenverkaufspreis je verordneter Packung im abgelaufenen Jahr bei 44,30 EUR. 2002 waren es noch 37,90 EUR. Dagegen sank der durchschnittliche Packungspreis bei den zu Lasten der GKV verordneten apothekenpflichtigen Arzneimitteln leicht von 10,83 EUR in 2002 auf 10,04 EUR im vergangenen Jahr.
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