Samstag, 11. Oktober 2008
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Nutzlose Gesundheitsförderung bei krankmachender Unternehmenskultur?

01.02.2006 Quelle: body & health academy   

Foto: photocase.comGesundheits- Förderung im Betrieb ist in! Neue Gesundheitspreise werden verliehen und Gesundheitsprogramme von Unternehmen gefördert. Doch was, wenn die Unternehmenskultur, die im wesentlichen das Betriebsklima des Unternehmens bestimmt, krank macht?


Ursachen der betrieblichen Leiden

Immer stärker werden die Klagen über Verfall der innerbetrieblichen Sozialstruktur und des schlechten Betriebsklimas. Die sozialen Leiden und damit ein Leistungsverfall vergrößern sich. Die Ursachen dafür sind vielfältig:

  • Der Rationalisierungsdruck und Ertragserwartungen führen zu einer Verschlankung der Organisation, zu veränderten Betriebsabläufen und Arbeitsinhalten, zu Kostendruck und zu größerer Innovations-, Preis- und Verdrängungskonkurrenz.
  • Die Folgen sind: Es wird von immer weniger Menschen immer mehr Arbeit erledigt. Der Arbeitsdruck wird quantitativ und zeitlich immer größer. Die Arbeitsqualität und die Gesundheit, Vitalität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter leidet.
  • Die traditionellen Anwesenheits-, Raum- und Zeitstrukturen lösen sich immer mehr auf. Arbeit und Mensch werden flexibilisiert, ja „heimatlos“. Arbeitsplätze lösen sich auf, werden ausgetauscht, entlassen, umstrukturiert.

Niedrige Krankenstandstage problematisch

Rühmen sich Unternehmen wie Versicherungen oder vor allem Banken mit einer Senkung der Krankenstandstagen auf 4 Tage im Jahr (Österreich-Schnitt ca. 10 Tage/Jahr) pro Mitarbeiter, so sind diese Zahlen nicht unbedingt auf gesundheitsfördernde Maßnahmen, sondern oftmals auf ein „Klima der Angst und des Schreckens zurück zu führen“.

Immer mehr ArbeitnehmerInnen gehen krank oder im Zustand der Halbgesundheit zur Arbeit aus Angst den Job zu verlieren. Dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt, zeigt eine Umfrage bei praktischen Ärzten. Die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren, wirkt sich somit nicht nur äußerst gesundheitsschädigend aus, sondern durch innere Kündigung und chronische Erschöpfung lähmend auf das Unternehmen. Lieber krank, dafür nicht arbeitslos? Und weiter wird in oberflächliche, imageträchtige Projekte und Kampagnen investiert und eifrig gefördert.

Ein Ausweg: Eine neue Gesundheits- und Sozialkultur

Auf dem Nährboden einer positiven Unternehmenskultur, einer Kultur des Vertrauens und der Offenheit kann sich Gesundheitsförderung entwickeln. Echte betriebliche Gesundheitsförderung kann aber auch zur Entwicklung einer Kultur des Vertrauens und der Kooperation beitragen. Nur qualifizierte Gesundheitsförderung führt zur Bindung an das Unternehmen, zur Arbeitsfreude, zur Verringerung von Fehlern und zur Leistungssteigerung.

Ein modernes, wissensorientiertes und lernendes Unternehmen kann nur dann produktiv arbeiten, wenn folgende Faktoren zutreffen:

  • Die Unternehmenskultur sollte offen und nicht geheimniskrämerisch, partnerschaftlich-kooperativ, nicht hierarchisch und rein sachorientiert sein.
  • Die Unternehmenskultur sollte die energetischen, gesundheitsfördernden Potentiale der Mitarbeiter fördern und nutzen.
  • Unternehmensführung sollte eine Kultur des Miteinander, der sozialen – auch informellen – Beziehungen pflegen.
  • Unternehmensführung sollte die Lern- und Innovationsfähigkeit fördern, Veränderungsprozesse mit persönlicher und sozialer Entwicklungsarbeit begleiten.

Zusammenfassung:

Was tatsächlich benötigt wird, ist ein neu verstandenes Qualitätsmanagement für Leben und Arbeit. Ein gesundes Unternehmen braucht für die großen Veränderungen des 21. Jahrhunderts

  • nicht nur gesunde Zahlen und Bilanzen und ein gesundes mächtiges Erscheinungsbild, sondern
  • vor allem gesunde, vitale und kreative Mitarbeiter (die auch Ihre Verkühlung im Bett und nicht am Schreibtisch auskurieren dürfen) und
  • ein gesundes, soziales und ökologisches Klima sowie eine energiefreisetzende Führungskultur.

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