Samstag, 22. November 2008
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Sechs-Länder-Vergleich zeigt Defizite im deutschen Versorgungssystem

09.02.2006 Quelle: e.balance (Bundesregierung)   

Foto: photocase.comBeitrag der Patienten - Beauftragten der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, MdB: Es ist richtig, dass in Deutschland eines der weltweit besten Gesundheitssysteme existiert, aber auch eines der teuersten. Eine jüngst veröffentlichte Studie, in der schwer erkrankte Menschen aus [...]

[...] Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien, den USA und Deutschland zu den jeweiligen Gesundheitssystemen befragt wurden, zeigt deutlich, dass dem deutschen Gesundheitswesen in den meisten Einzelaspekten eine hohe Qualität bescheinigt wird. Dennoch wünschen sich Patienten grundlegende Reformen gerade auch bei der Beteiligung der Patienten.

Information, Qualität und Beteiligung

Der Sechs-Länder-Vergleich zeigt Defizite im deutschen Versorgungssystem auf. Besondere Unzufriedenheit herrscht bei Patienteninformation und bei der Koordination zwischen Leistungsebenen. Diese Hinweise muss vor allem das behandelnde medizinische Personal ernst nehmen, schließlich geben 61 Prozent der deutschen Patientinnen und Patienten an, dass ihr Arzt oder ihre Ärztin sie nicht immer über Behandlungsalternativen aufklärt und nach ihrer Meinung fragt.

46 Prozent der Befragten geben an, dass sie von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin selten oder nie die Behandlungsziele erklärt bekommen. Hier sind Verbesserungen gefordert, denn diese Beispiele zeigen, dass eine zukünftige Verbesserung der Versorgung im Gesundheitswesen nur mit einer stärkeren Nutzerorientierung einhergehen kann. Alle Akteure müssen sich bewegen und aufeinander zugehen, so dass eine gleichberechtigte Beziehung zwischen Patient, Bürger, Kunde, Versichertem auf der einen Seite und Arzt, Pflegepersonal, Krankenkasse andererseits erreicht werden kann.

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Der Gesetzgeber hat wichtige Grundlagen geschaffen

Der Gesetzgeber hat bereits wichtige Grundlagen für Veränderungen geschaffen. Die Mitberatung der Patientenberatung im Gemeinsamen Bundesausschuss, die Patientenquittung, das neu geschaffene Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit und mein Amt ist nur eine Auswahl der neu geschaffenen Instrumente zur Stärkung der Patienten.

Stärkung der Patientenrechte

Aber nach zwei Jahren Amtszeit als Patientenbeauftragte bin ich überzeugter denn je, dass Patientenrechte und Patientenschutz weiter ausgebaut werden müssen. Tausende Anfragen zeigen, dass die verbrieften Rechte der Patientinnen und Patienten auf objektive Information durch Leistungserbringer, Kostenträger und Behörden im Gesundheitswesen nicht immer ausreichend umgesetzt werden. Daher bin ich froh, dass sich die Bundesregierung zu dem Ziel bekennt, die Patientenrechte und den Patientenschutz weiter auszubauen. Dafür habe ich mich auch in den Koalitionsverhandlungen als Patientenbeauftragte eingesetzt. Diesen Auftrag der Umsetzung und Weiterentwicklung der Patientenrechte werde ich in bewährter Weise, gemeinsam mit den Patienten- und Verbraucherorganisationen und den Selbsthilfeverbänden, übernehmen.

Geschlechtsspezifische Gesundheitsversorgung

Darüber hinaus werde ich mich insbesondere dafür einbringen, dass es nicht an der nötigen Infrastruktur fehlt, damit Patientenvertreterinnen und -vertreter sich wirkungsvoll an den Entscheidungen der Gremien der Krankenkassen und Leistungserbringer beteiligen können. Mein Augenmerk gilt auch weiterhin der Stärkung der kollektiven Patientenrechte auf Landesebene und der Beachtung der geschlechtsspezifischen Aspekte bei der medizinischen Versorgung und Forschung.

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