Samstag, 11. Oktober 2008
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Der demografische Wandel – Chance oder Risiko für den Handel?

12.02.2006 Quelle: IfH   

Foto: PhotoCase.de'Wir werden weniger, wir werden älter, wir werden multikultureller', so fasst Dr. Andreas Kaapke, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln (IfH), die anstehenden Veränderungen der Bevölkerungsstruktur in Deutschland zusammen.

'Diese Entwicklungen werden die Einzelhandelslandschaft in Deutschland nachhaltig verändern', so Kaapke weiter, 'denn Unternehmen, die die Bedürfnisse älterer Menschen zukünftig nicht berücksichtigen, werden überdurchschnittliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen und damit zu den Verlierern zählen.'

Deutschland wird älter
In der Tat wird sich die Struktur der Bevölkerung in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich ändern: Das Statistische Bundesamt prognostiziert eine negative Entwicklung der Bevölkerungszahl und ein Anwachsen des Anteils älterer Personen an der Gesamtbevölkerung. Einzig die Gruppe der über 64-Jährigen wird kontinuierlich wachsen. Das führt dazu, dass diese - noch im Jahr 2001 kleinste Altersgruppe - bereits im Jahr 2030 den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung ausmachen wird. Wie aber sind diese Entwicklungen aus Sicht des Handels zu bewerten?

Gesundheitsbranche profitiert
Einige Branchen werden unter dem demografischen Wandel aufgrund abschmelzender Marktpotenziale leiden, andere wiederum nicht. 'Insbesondere Branchen rund um das Thema Gesundheit können vom demografischen Wandel in Deutschland profitieren', so Dr. Markus Preißner, Leiter der Forschungsstelle für Arzneimitteldistribution am IfH.

Preißner weiter: 'Gerade ältere Menschen interessieren sich für Gesundheitsthemen. Sie möchten aktiv am Leben teilhaben, ihre Unabhängigkeit erhalten und Risiken aus dem Weg gehen. Eine gesunde Ernährung, ein gepflegtes Aussehen sowie geistige und körperliche Fitness sind ihnen besonders wichtig.' Und: Wie die vom IfH und der BBDO Sales GmbH durchgeführte Studie 'Perfect Ager 2010 - Senioren am POS' zeigt, gewinnen diese Themen mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Neben den branchenspezifischen Marktpotenzialen werden auch die Marktanteile konkurrierender Betriebsformen und Standorte durch den demografischen Wandel in Bewegung geraten. Laut Preißner deuten die empirischen Ergebnisse darauf hin, 'dass Geschäfte, in denen Beratung stattfindet, persönliche Kontakte gepflegt werden und die von den Kunden fußläufig zu erreichen sind, besonders vom demografischen Wandel profitieren werden. Im Gesundheitsmarkt spricht dies beispielsweise für die Apotheke als Anlaufstelle und Kompetenzzentrum rund um das Thema Gesundheit.'

Analysen und neue Lösungskonzepte gefragt
Branchenübergreifend gilt, dass Unternehmen nur dann vom demografischen Wandel profitieren können, wenn es ihnen gelingt, auch den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden. Voraussetzung hierfür ist es, die Angehörigen dieser Altersklasse umfassend zu analysieren, weiter zu segmentieren und darauf aufbauende Zielgruppenkonzepte zu entwickeln und konsequent umzusetzen. 'Gelingt dies, so wird ein Unternehmen viel Spaß an älteren Kunden haben, denn ältere Menschen sind treu - und das sowohl gegenüber Marken und Einkaufsstätten als auch gegenüber sich selbst', so Dr. Andreas Kaapke mit Blick auf die im Rahmen der durchgeführten Studie gewonnenen Erkenntnisse.

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