|
Erhöhte Morphingehalte in Mohnsamen: Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen |
|
|
|
21.02.2006
Quelle: bfr
|
|
Seite 2 von 3
Der Schlafmohn Papaver somniferum ist eine traditionelle Arzneipflanze: Aus dem getrockneten Milchsaft der unreifen Samenkapseln werden Opium und seine Alkaloide gewonnen. Zu den bekanntesten Opiumalkaloiden zählen Morphin und Codein. Morphin wird therapeutisch hauptsächlich zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt. Zu den unerwünschten Wirkungen, die dabei auftreten können, gehören Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Atemdepression und Herzkreislaufeffekte. Die individuelle Empfindlichkeit gegenüber der Substanz schwankt erheblich. In Tierversuchen hatte Morphin negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Nachkommenschaft und die Fortpflanzung. Auch erbgutschädigende Effekte wurden beobachtet.
Neben der medizinischen Bedeutung des Schlafmohns spielt die Pflanze aber auch eine Rolle im Lebensmittelbereich. So werden die reifen Samen vor allem in Mohnkuchen verbacken, können aber auch in kleineren Mengen auf Brötchen und Bagels enthalten sein. Wegen des hohen Gehalts an Öl wird aus den Samen außerdem Speiseöl hergestellt. Zwar können auch die Samen Alkaloide enthalten, natürlicherweise kommen sie aber nur in Spuren vor. In Speisemohn dürfte Morphin deshalb eigentlich nur in kleinsten Mengen enthalten sein.
Untersuchungen zum Alkaloidgehalt von Speisemohn zeigen aber, dass die Mengen stark variieren und in den vergangenen Jahren insgesamt angestiegen sind. Sowohl die Mohnsorte als auch der Erntezeitpunkt und die geografische Herkunft könnten die Alkaloidgehalte beeinflussen. Die Hauptursache für den beobachteten Anstieg scheint aber in der Verunreinigung der Samen mit alkaloidhaltigen Kapselbruchstücken oder dem Milchsaft selbst zu liegen. Neu eingeführte Erntetechniken, bei denen die Kapseln gequetscht werden und der austretende Milchsaft die Samen kontaminieren könnte, werden als Grund diskutiert.
|