| Freitag, 25. Juli 2008 |
Gesundheit
Erhöhte Morphingehalte in Mohnsamen: Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen Dass derart hoch kontaminierte Mohnsamen gefährlich und nicht für Handel und Verzehr geeignet sind, ist offensichtlich. Schwieriger ist die gesundheitliche Beurteilung des Verzehrs von Mohnsamen mit niedrigen Morphinkonzentrationen unter vorsorgenden Aspekten. Um der Lebensmittelüberwachung hierfür ein Instrument an die Hand zu geben, hat das BfR eine „vorläufige maximale tägliche Aufnahmemenge“ für Morphin abgeleitet, die nicht überschritten werden sollte. Sie liegt bei 6,3 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Unter Berücksichtigung der geschätzten Verzehrsmengen resultiert daraus ein vorläufiger Richtwert für Mohnsamen von höchstens 4 Mikrogramm Morphin pro Gramm.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung fordert die Hersteller auf, größte Anstrengungen zu unternehmen, die Gehalte aller pharmakologisch aktiven Opiumalkaloide in Mohnsamen auf das technologisch erreichbare Mindestmaß zu senken. Solange dies nicht erreicht ist, sollten Verbraucher - und insbesondere Schwangere - den Verzehr von Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Mohnsamen einschränken bzw. darauf verzichten. Dazu gehören vor allem Mohnkuchen, mohnsamenhaltige Desserts wie Mohnpielen und mit Mohnsamen bestreute Nudelgerichte wie Dampfnudeln.
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