Freitag, 25. Juli 2008
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Erhöhte Morphingehalte in Mohnsamen: Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen

21.02.2006 Quelle: bfr   

Im ungünstigen Fall können damit schon bei üblichem Verzehr mohnhaltiger Lebensmittel Morphinmengen aufgenommen werden, die im therapeutischen Bereich liegen und das gesamte Spektrum unerwünschter Wirkungen entfalten können. Dazu gehören zentralnervöse und periphere Wirkungen wie etwa Bewusstseinsbeeinträchtigungen, Atemstörungen und Herzkreislaufeffekte.

Dass derart hoch kontaminierte Mohnsamen gefährlich und nicht für Handel und Verzehr geeignet sind, ist offensichtlich. Schwieriger ist die gesundheitliche Beurteilung des Verzehrs von Mohnsamen mit niedrigen Morphinkonzentrationen unter vorsorgenden Aspekten. Um der Lebensmittelüberwachung hierfür ein Instrument an die Hand zu geben, hat das BfR eine „vorläufige maximale tägliche Aufnahmemenge“ für Morphin abgeleitet, die nicht überschritten werden sollte. Sie liegt bei 6,3 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Unter Berücksichtigung der geschätzten Verzehrsmengen resultiert daraus ein vorläufiger Richtwert für Mohnsamen von höchstens 4 Mikrogramm Morphin pro Gramm.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung fordert die Hersteller auf, größte Anstrengungen zu unternehmen, die Gehalte aller pharmakologisch aktiven Opiumalkaloide in Mohnsamen auf das technologisch erreichbare Mindestmaß zu senken. Solange dies nicht erreicht ist, sollten Verbraucher - und insbesondere Schwangere - den Verzehr von Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Mohnsamen einschränken bzw. darauf verzichten. Dazu gehören vor allem Mohnkuchen, mohnsamenhaltige Desserts wie Mohnpielen und mit Mohnsamen bestreute Nudelgerichte wie Dampfnudeln.

BfR empfiehlt vorläufige maximale tägliche Aufnahmemenge und einen Richtwert für Morphin in Mohnsamen  (PDF-Datei, 291.2 KB)



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