| Samstag, 22. November 2008 |
Zukunftstrends
Implantat-Nervenzell Kopplung im Innenohr
Mit einer "bioaktiven Elektrode" wollen Mediziner der HNO-Klinik der Ruhr-Universität Bochum, St. Elisabeth-Hospital nun für die zielgenaue Ankopplung der Nervenzellen an das Implantat sorgen - und die Technik damit wesentlich verbessern.
Das Cochlea-Implantat (CI) ist ein kleines technisches Wunderwerk, mit dem gehörlose Menschen hören lernen. Zudem hoffen sie, zukünftig mithilfe der Stammzellforschung die geschädigten Haarsinneszellen zu ersetzen.
Nervenzellen: Wachstum und Richtung lenken
Ursache für Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit sind meist geschädigte Haarsinneszellen im Innenohr. Mit dem Cochlea-Implantat überbrücken Mediziner diese Zellen, indem sie winzige in Silikonträger eingebettete Elektroden in die Hörschnecke (Cochlea) schieben und so den Hörnerv direkt stimulieren. Je besser es gelingt, die Nervenfasern an die CI-Elektroden anzukoppeln, desto erfolgreicher wird letztlich die Spracherkennung der Patienten sein.
In Zellkulturexperimenten stellte sich jetzt heraus, dass spezielle Wachstumsfaktoren (FGF-1, NT-3) und Proteine der natürlichen Zellumgebung - insbesondere Laminin - die Anzahl und die Länge der Nervenfasern (Neuriten) erhöhen. Zudem können die Forscher mithilfe stimulierender und abstoßender Komponenten (Molekülgruppe der Ephrine) die Wachstumsrichtung der Neuriten lenken.
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