Freitag, 25. Juli 2008
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Lohngefälle unverändert hoch

04.03.2006 Quelle: Europäischen Kommission   

Foto: aboutpixel.deFrauen verdienen 15 Prozent weniger als Männer und die Schwierigkeit Beruf und Familie zu vereinbaren führt zum Ausstieg vieler Frauen aus dem Arbeitsmarkt. Der von der Europäischen Kommission vorgelegte „Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern – 2006“ fordert von den Mitgliedstaaten mehr Unterstützung für Frauen bei der Bewältigung familiärer und beruflicher Belastungen.

Die Auflösung geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Arbeitswelt gestaltet sich weiterhin schwierig. Die Beschäftigungsquote von Frauen ist mit 55,7 Prozent um 15 Prozent niedriger als die der Männer.

Bei der Berufswahl beschränken sich Frauen häufig auf einige wenige Sektoren: Mehr als 40 Prozent sind im Bildungs- und Gesundheitswesen oder in der öffentlichen Verwaltung anzutreffen, während es bei den Männern weniger als 20 Prozent sind.

32 Prozent der Frauen arbeiten Teilzeit, bei den Männern sind es nur etwas mehr als 7 Prozent. Frauen verdienen um 15 Prozent weniger als Männer, zum Teil weil sie vorwiegend geringer bezahlte Berufe ausüben. Und nach wie vor gibt es relativ wenige Frauen in Spitzenpositionen. Andererseits vermerkt der Bericht positiv, dass mehr als 75 Prozent der in den letzten fünf Jahren in der EU geschaffenen Arbeitsplätze mit Frauen besetzt wurden.
Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, erklärte, dass es bei der Beseitigung von geschlechterspezifischen Unterschieden noch viel zu tun gebe. „Es ist inakzeptabel, dass die eine Hälfte der EU-Bevölkerung es immer noch schwerer hat als die andere. Wir müssen diese Problematik anpacken, damit die Unterschiede endlich abgebaut werden. Das ist nicht nur eine Frage der Gleichbehandlung, sondern auch eine grundlegende Voraussetzung, damit die Lissabon-Strategie zur Ankurbelung der europäischen Wirtschaft aufgehen kann.


Der Bericht fordert die EU-Mitgliedstaaten auf, sowohl Männer als auch Frauen beim Balanceakt zwischen Beruf und Privatleben zu unterstützen, zum Beispiel durch ein umfangreicheres und besseres Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten, durch innovative und flexible Arbeitsbedingungen oder eine gezieltere Gleichstellungspolitik. Zum Abbau der Beschäftigungs- und Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern können auch über die EU-Strukturfonds bereitgestellte Mittel genutzt werden.


Die EU hat im Jahr 2005 einige Fortschritte bei der Gleichstellung erzielt: Der letztes Jahr eingebrachte Vorschlag zur Schaffung eines neuen Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen wird für die entsprechende Bewusstseinsbildung sorgen, und die ebenfalls im Jahr 2005 in Kraft getretenen EU-Rechtsvorschriften zur Gleichstellung haben zur Einrichtung neuer nationaler Gleichbehandlungsstellen geführt.


Der Bericht wird am 23. und 24. März den europäischen Staats- und Regierungschefs bei ihrer Frühjahrstagung in Brüssel vorgelegt. In den nächsten Tagen wird die Europäische Kommission einen „Fahrplan zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ vorlegen, der konkrete Aktionen zum Abbau geschlechterspezifischer Unterschiede enthält. Die Präsentation des Fahrplans ist als Auftakt zum Internationalen Frauentag am 8. März gedacht.
Näheres dazu finden Sie hier und hier...



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