| Samstag, 22. November 2008 |
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Integrierte Versorgung – umsonst Integrierte Versorgungsformen sind wichtige und zukunftsweisende Arten der optimalen Patientenversorgung. Der Ausbau solcher Versorgungsarten wird für den Patienten, die Leistungerbringer und auch für die Kostenträger vielfältige Vorteile bringen.
In der öffentlichen Darstellung der Integrierten Versorgung erscheint diese als optimale win- win Situation für alle genannten Beteiligten zu sein, dies scheint auch der Gesetzgeber so zu sehen, der die Integrierte Versorgung auch zukünftig unterstützen will.
Leider wird in dieser Euphorie gerne übersehen, dass Integrierte Versorgung nicht umsonst zu bekommen ist. Bei jedem, auch noch so gut erdachten Plan, entstehen Kosten, die zu tragen sind. Werden die entstehenden Kosten nicht in ausreichendem Maße gedeckt, wird auch die beste Idee letztendlich daran scheitern. Sicherlich ist dies auch ein Grund dafür, dass gute sektorenübergreifende Integrierte Versorgungsformen derzeit noch nicht in allzugroßer Zahl existieren.
Im folgenden soll anhand einer kurz dargestellten sektorenübergreifenden Integrierten Versorgungsform aufgezeigt werden, welche Kostenarten zu berücksichtigen sind, es folgen dann Überlegungen zur möglichen Finanzierung.
Kurze Projektbeschreibung
Geplant ist das Überleitmanagement vom Krankenhaus zu erleichtern . Das Ziel ist Patienten eher aus dem Krankenhaus zu entlassen und eine gute ambulante Betreuung zu gewährleisten. Dazu organisieren sich ambulante Ärzte, Therapeuten, Apotheken und Sanitätshäuser zu einem Netzwerk. Dieses wird organisiert von einer Zentrale, welche den Versorgungsprozess und die Weiterleitung der Patienten und die Absprache zwischen Klinik und ambulanten Dienstleisten managt. Aber auch von ambulanter Seite könne Patienten in das Netzwerk integriert werden und von der Zentrale betreut werden. Siehe dazu auch den Artikel „Eine Vision von Intergrierter Versorgung“ Schwerpunktthema Medizinische Versorgungszentren auf www.gesundheitswirtschaft.info/Beitrag
Eine derartige Einrichtung hat einen Finanzbedarf von ca. € 250.000,-- jährlich. Eine Aufführung der Kostenstrukturen ist jederzeit beim Autor erhältlich. Aber auch einfachere Projekte führen zu Kosten. Selbst die Überleitung eines Patienten aus einer Akutklink in eine entsprechende Rehaversorgung verursacht Kosten von mind. € 30.000,-- jährlich
Bislang stehen keine Einnahmequellen dieser Kosten bei der Integrierten Versorgung gegenüber. Auch ein Mehrumsatz der Beteiligten eines Modelles der Integrierten Versorgung ist kaum zu erwarten. Wollte, wie in meinem oben erwähnten Artikel, ein Sanitätshaus diese Kosten zusätzlich aufbringen, müßte es aus der Integrierten einen Mehrumsatz von mind. 3Mio Euro erzielen. Ähnlich sieht dies bei allen anderen Leistungserbringern aus. Welche Finanzierungsalternativen sind also möglich. Die folgende Aufstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit sondern sieht sich als Diskussionsgrundlage.
Möglichkeiten der Finanzierung
Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten, nämlich die der gleichmäßigen Aufteilung der Kosten oder die der Aufteilung nach dem jeweils gezogenen Nutzen des Netzwerkes.
Die Höhe der Beiträge bei einer gleichmäßigen Aufteilung ist abhängig von der Mitgliederanzahl.
Nutzenabhängige Beiträge sind sehr schwer zu berechnen und werden ein Netzwerk in derartige Turbulenzen stürzen, das ich ihm keine Überlebenschancen gebe, auch werden die Verwaltungskosten durch die ständige Berechnungen steigen.
Durch eine verbesserte ambulante Versorgung wird es dem Krankenhaus ermöglicht seine Patienten früher zu entlassen, ohne dass dem Patienten therapeutische Einbußen entstehen. Das Krankenhaus kann, durch die ersparten Kosten der früheren Entlassung, die Kosten der Integrierten Versorgung tragen. Ob dies rentabel ist läßt sich für ein Klinikum leicht errechnen. Die Gefahr besteht allerdings, daß das Klinikum zu dominant in der Struktur wird und sich die ambulanten Dienstleister nicht weiter engagieren.
Die Mitglieder einigen sich, den gesamten Einkauf über die gemeinsame Zentrale abzuwickeln. Diese schlägt zu ihren Einkaufspreisen einen gewissen Faktor zu, um ihre Kosten zu decken, und verkauft die Ware an die Teilnehmer weiter.
Auch dies läßt sich leicht berechnen ob es zur Finanzierung reicht. Jedoch muß dabei bedacht werden, daß die Anforderungen an und die Kosten der Zentrale steigen.
Diese Aktivität kann sich allerdings über das reine Netzwerk hinaus erweitern und somit Gewinn abwerfen, der dem Netzwerk im Gesamten zu Gute kommen wird.
Der Kostenträger finanziert auf Dauer die Leistung der Integrierten Versorgung zum Wohlwollen der jeweiligen Versicherten.
Zu beachten ist jedoch: Die Auswahl der Patienten wird auf den jeweiligen Kostenträger beschränkt. Jeder Kostenträger wird sein eigenes Programm haben, was zu einer Unübersichtlichkeit und weiteren Bürokratisierung bei den Leistungserbringern führen wird.
Die Einbindung und das gewünschte ein starke Engagement der Leistungserbringer vor Ort wird sehr schwirig werden, was nicht zuletzt an dem einfachen Gegensatz von Bezahler (= Kostenträger) und Dienstleister (=Leistungserbringer) liegt.
Der Patient bezahlt bei der Inanspruchnahme der Zentrale. Dies wird nicht zur besseren
Patientenbetreung durch Integrierte Versorgung führen, wird vom Patienten so auch nicht angenommen werden. Dies ist kein geeignetes Mittel zu Finanzierung.
Es ist nicht Aufgabe der Allgemeiheit auf Dauer Systeme der Integrierten Versorgung zu finanzieren, auch wenn diese politisch gewollt sind. Es läßt sich ja bereits trefflich darüber streiten ob die gegenwärtige Zuschußform von Nutzen für die Einführung Integrierter Versorgungsformen sind.
Es ist sicher, dass die Integrierte Versorgung zukünftig ein wichtiger Teil der effektiven medizinischen Versorgung darstellt. Leider ist ihre Finanzierung bis heute ungeklärt.