Salmonellen helfen bei Entwicklung neuer Antibiotika
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17.03.2006
Quelle: Wolfgang Steiger
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Forscher der Max-Planck-Institute für Infektionsbiologie und Biochemie zusammen mit Kollegen der Medizinischen Hochschule Hannover ist es gelungen, neue Angriffspunkte für die Entwicklung dringend benötigter neuer Antibiotika zu finden.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass es wesentlich weniger Angriffspunkte für die Herstellung neuer Antibiotika gibt als bisher erwartet. Die Studienergebnisse sind in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature erschienen.
Die zunehmende Antibiotikaresistenz von Krankheitserregern wirft immer größere Probleme bei der Therapie von Infektionskrankheiten auf. Die Forscher arbeiten daher intensiv an der Suche nach Antibiotika mit neuartigen Wirkmechanismen. Eine wichtige Hürde in der Entwicklung von neuen Antibiotika ist die Auswahl geeigneter bakterieller Angriffspunkte. Genomanalysen und Versuche mit Laborkulturen deuten zwar auf Hunderte von möglichen Angriffspunkten hin, aber nur wenige dieser Vorhersagen wurden bisher in geeigneten Infektionsmodellen bestätigt. Den deutschen Wissenschaftlern ist es nun aber gelungen, jene Proteine zu identifizieren, die an den Stoffwechselwegen von Salmonellen im Verlauf einer Infektion beteiligt sind.
Unter der Leitung von Dirk Bumann von der Medizinischen Hochschule Hannover haben Daniel Becker, Claudia Rollenhagen, Matthias Ballmaier und Thomas Meyer vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie Salmonellen aus infizierten Mäusen isoliert. Die Proteomforscher Matthias Selbach und Matthias Mann vom Max-Planck-Institut für Biochemie haben anschließend mit der hochempfindlichen Methode der Massenspektrometrie aus den Proteingemischen mehrere hundert verschiedene Proteine des Salmonellen-Stoffwechsels identifiziert. Durch Abgleich mit speziellen Protein-Datenbanken konnten die Forscher damit mögliche Angriffspunkte für Antibiotika identifizieren.
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