Dienstag, 07. Oktober 2008
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Die Gesundheitswirtschaft ist eine nachhaltige Wachstumsbranche

23.03.2006 Quelle: Dr. Barbara Schieferstein   

Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den wenigen beständigen Wachstumsbranchen in Deutschland, so lautete die übereinstimmende Einschätzung von Experten auf dem Forum „Zukunftsmarkt Gesundheit“ am 21.03. 2006 im Bremer World Trade Center. Rund 180 Teilnehmer, darunter Ärzte, Wissenschaftler, Unternehmer, Vertreter aus Krankenkassen, Politik und Verwaltung informierten sich hier über aktuelle Themen und Trends auf dem Gesundheitsmarkt sowie innovative Technologien aus dem Bundesland Bremen. Veranstalter der Fachtagung waren die Handelskammer Bremen, der Senator für Wirtschaft und Häfen und die BIG-Gruppe.

„Bremen hat die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft erkannt“, erklärte Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und Unternehmensführer des Medizintechnikherstellers Braun Melsungen zu Beginn der Veranstaltung. „Ich möchte auch weiterhin alle ermutigen das Feld der Gesundheitswirtschaft in den Vordergrund zu stellen“, appellierte Braun. Wenn es gelingt, die einzelnen Beteiligten in Netzwerken zusammenzubringen, so Braun, könnten mit deutschen Produkten europaweite oder sogar weltweite Exportschlager entstehen. Dazu müssten diese in Modellregionen vorher erprobt werden. Stadtstaaten wie Bremen eigneten sich dafür besonders, so die Meinung des Traditionsunternehmers. Neben der Notwendigkeit zu Innovation, Qualitätsorientierung und Nachhaltigkeit betonte er besonders den Trend zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen als Erfolgsrezept.

„Zu den Bremer Erfolgen im Zukunftsmarkt Gesundheit zählen  neben der Modellregion Brustkrebsscreening und elektronische Gesundheitskarte, die Stellung als Zentrum für Massenspektrometrie und Bild gebende Verfahren in der medizinischen Diagnostik“, sagte Dr. Uwe Färber, Staatsrat beim Bremer Senator für Wirtschaft und Häfen, auf der Tagung. Weitere Kompetenzfelder lägen im Bereich Pflegewissenschaften, öffentliche Gesundheitspflege, Mobilkommunikation, Materialwissenschaften und künstliche Intelligenz/Robotik.

Als Beispiele innovativer Produkte nannte Färber: Intelligente Rollstühle, Service-Roboter für Hilfsbedürftige, titanbeschichtete Herzklappenringe, antibakterielle Gelenkprothesen, individuelle Zahnimplantate, Drucksensorik und mikrofluide Systeme auf Computerchips. Maßgebliche Akteure in der Umsetzung der Wirtschaftsförderung sind die Bremer Investitions-Gesellschaft mbH (BIG) und BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, erklärte Färber. Über 60 Innovationsprojekte für kleine und mittlere Unternehmen im Bereich Gesundheitswirtschaft mit einem Investitionsvolumen von rund 10 Millionen € seien dort gefördert worden. Knapp 100 neue Arbeitsplätze sind dadurch im Land Bremen entstanden.

„Die gute Nachricht ist, dass die Gesundheitswirtschaft eine wachsende Branche ist, ein Trend, der auch in Zukunft anhalten wird“, bekräftigt Prof. Heinz Lohmann, Gesundheitsberater bei WISO Hanse Management GmbH, auch wenn es derzeit etwa bei Ärzten und Krankenschwestern viele Verunsicherte gäbe. 2003 seien in Deutschland insgesamt 260 Mrd. € für die Gesundheit ausgegeben worden. 4,2 Millionen Beschäftigte arbeiteten im Gesundheitssektor. Der demografische Wandel sei im deutschen Gesundheitswesen vielfach jedoch noch unberücksichtigt. „Was die Disco für die Jungen, ist die Apotheke für die Alten“, überspitzte Lohmann. Insgesamt werde die Orientierung am Patient als Kunden immer bedeutender.  

Das beobachtet auch Corinna Langwieser, Trendforscherin des Zukunftsinstituts GmbH in Marktforschungsstudien. Gesundheit, Wellness und Selfness seien zudem wichtige Bedürfnisse in einer alternden Anti-Aging Gesellschaft. Für präventive Gesundheitsaktivitäten seien die Deutschen heute bereit mehr finanzielle Eigenleistung zu erbringen. Der Informationsstand bei den Patienten nehme zu, ebenso die Angebotspalette der Gesundheitsdienstleistungen: Von Wellnesstourismus, Schönheitschirurgie-Discountern, Lifestyle Pharmazie bis zum Gesundheits-TÜV mit Kontrollkapseln wird der Markt immer komplexer. 

Weitere Informationen zum Thema im Internet www.big-bremen.de unter dem Schwerpunkt Gesundheitswirtschaft.

Für Fragen steht Ihnen auch gerne unsere Ansprechpartnerin Eva Zweidorf von der BIG-Gruppe zur Verfügung.

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