| Dienstag, 07. Oktober 2008 |
Gesundheit
Krebshilfe: Aktionsplan für die nächsten Jahre Nur jede zweite Frau und lediglich jeder sechste Mann gehen regelmäßig zur Krebs-Früherkennung. Dies möchte die Deutschen Krebshilfe verbessern. Die Deutsche Krebshilfe hat im Jahre 2005 eine Sachstandserhebung zum Thema Krebs-Früherkennung vorgenommen.
Ziel der Erhebung war, den Status quo festzustellen und künftige Herausforderungen zu definieren. Das Ergebnis dieser Arbeit wurde nun beim Deutschen Krebskongress im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums und einer anschließenden Pressekonferenz vorgestellt.
Die Deutsche Krebshilfe hat einen Aktionsplan für die nächsten Jahre entwickelt, um durch Forschungsförderung, Modellprojekte und Kampagnen die Krebs-Früherkennung voran zu bringen.
Das Krebs-Früherkennungsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen bietet Frauen ab 20 Jahren und Männern ab 45 Jahren kostenlose jährliche Untersuchungen an. Mehr als zwei Drittel aller jüngeren Frauen nutzen die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs regelmäßig. Dies führte dazu, dass dieser bösartige Tumor seinen Schrecken verloren hat und heute in den meisten Fällen heilbar ist. Auf dem Feld der Brustkrebs-Früherkennung, die bei Frauen mit 30 Jahren beginnt, besteht hingegen nach wie vor Handlungsbedarf: Das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening-Programm, auf das alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren einen Rechtsanspruch haben, ist noch immer nicht flächendeckend umgesetzt. Das Programm müsse darüber hinaus auch wissenschaftlich weiter entwickelt werden, um möglichst wenig falsch-positive Ergebnisse zu bringen, durch die Frauen unnötig verunsichert werden.
Die Früherkennung auf Hautkrebs ist aus Sicht der Deutschen Krebshilfe derzeit noch nicht ausreichend. Bislang können Frauen ab 30 und Männer ab 45 Jahren ihrem Arzt einmal im Jahr „verdächtige Hautareale“ zeigen. Besser wäre die regelmäßige Untersuchung der gesamten Hautoberfläche aller Menschen ab 30 Jahren, um Risikopersonen für Hautkrebs frühzeitig erkennen zu können.
Alle Versicherten ab 50 Jahren können regelmäßig zur Darmkrebs-Früherkennung gehen: Zwischen 50 und 55 Jahren gibt es einen jährlichen Stuhl-Blut-Test, ab dem 55. Lebensjahr eine kostenlose Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt wird. Die Deutsche Krebshilfe wird in Zukunft verstärkt Motivationsarbeit für dieses Untersuchungsangebot leisten.
Besonders problematisch ist aus Sicht der Experten die Prostatakrebs-Früherkennung. Die bislang angebotene Tastuntersuchung der Prostata durch den Darm bei Männern ab 45 Jahren reicht nicht aus. Als weitere Möglichkeit wird die Messung eines Eiweißstoffes im Blut (Prostata-spezifisches Antigen, PSA) angeboten, die jedoch von den Versicherten selbst bezahlt werden muss. Hier stehen noch die Ergebnisse großer internationaler Studien aus, die zeigen sollen, ob durch ein PSA-Screening die Heilungsrate bei Prostatakrebs erhöht werden kann. Diese Studienergebnisse sollen 2008 vorliegen.
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