| Freitag, 22. August 2008 |
Management
FH nimmt Qualitätsberichte von Kliniken unter die Lupe
"Qualitätsberichte von Kliniken erlauben dem Leser keinen Vergleich von Häusern und Abteilungen." Diesen Schluss zieht Thomas Busse, Professor an der Fachhochschule Frankfurt am Main (FH FFM). Er hat über 1100 Qualitätsberichte von Krankenhäusern in Bezug auf die Allgemeinchirurgie ausgewertet.
In seiner Forschungsarbeit kommt Busse zu dem Ergebnis, dass für die Erstellung der Qualitätsberichte "Indikatoren fehlen, an denen die Glaubwürdigkeit einzelner Angaben gemessen werden kann. Bereits der Umfang und die Struktur der Berichte seien so unterschiedlich (zwischen 16 und 524 Seiten), dass allein deshalb keine einheitlichen Schlüsse gezogen werden könnten."
Die Qualitätsberichte sind über das Internet frei zugänglich, so zum Beispiel über http://www.g-qb.de oder http://www.Klinik-Lotse.de. Aber "der unerfahrene Leser erfährt dort einerseits viele Dinge, die ihn wahrscheinlich gar nicht interessieren, andererseits ist er mit der Suche nach den für ihn wichtigen Inhalten ohne Hilfe wohl überfordert", so Busse. "Wenn jemand etwa für eine bevorstehende Operation ein Krankenhaus sucht, ist der einzige Indikator - nämlich die geleistete Anzahl des jeweiligen Eingriffes - nicht unbedingt ein Zeichen für Qualität, schon gar nicht, wenn die Mengenangaben ohne Bezugsgrößen erfolgen." Ein schwerwiegendes Problem sieht Busse besonders in den "sehr interpretationsfähigen Vorgaben zur Codierung und Datendarstellung der Leistungen."
Thomas Busse ist seit 2001 Professor an der FH FFM. Er lehrt am Fachbereich Pflege und Gesundheit; sein Spezialgebiet ist das Management von Pflege- und Gesundheitseinrichtungen. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel veröffentlicht sowie eine Vielzahl von Vorträgen gehalten. Seine Veröffentlichung zu den Qualitätsberichten ist in Heft 2/2006 von f&w erschienen. Der Titel des sechsseitigen Aufsatzes lautet "Der Varizen-König kommt aus dem Steigerwald. Qualitätsberichte der Kliniken erlauben dem Leser keinen Vergleich von Häusern und Abteilungen."
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