Samstag, 22. November 2008
 

Hormonelle Verhütung bei Männern

02.05.2006 Quelle: thelancet.com   

Foto: aboutpixel.deHormonelle Verhütungsmittel für den Mann werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft zur Verfügung stehen; Ergebnisse einer aktuellen Phase-II-Studie in 'The Lancet' legen dar, wie solche Verhütungsmethoden innerhalb von wenigen Monaten wieder umkehrbar sind.

Bisher verfügbare Verhütungsmethoden für den Mann (Kondome, Coitus interruptus, Vasektomie) stellen für viele Paare keine akzeptablen Alternativen dar, weil sie entweder nicht ausreichend verlässlich oder nicht reversibel sind. Während die Hormonbehandlung bei Frauen den Eisprung unterdrückt, können Androgene oder eine Androgen-Progestagen-Kombination bei Männern die Spermaproduktion verhindern.

Durch eine solche Hormonbehandlung kann eine Azoospermie (kein Sperma im Ejakulat) oder eine Oligozoospermie (weniger als drei Millionen Spermien pro Milliliter Samenflüssigkeit) erreicht werden, was zu Verhütungszwecken genügt. Im Moment wird eine große Phase-III-Studie zu einer Androgen-Behandlung und eine multizentrische Phase-II-Studie zu einer Androgen-Progestagen-Kombinationsbehandlung in China und Europa durchgeführt.

Peter Liu vom Los Angeles Biomedical Research Institute des Harbor-UCLA Medical Center in den USA (im Moment am ANZAC Research Institute der University of Sydney in Australien) und seine Kollegen analysierten Daten von Teilnehmern aus dreißig Studien, die zwischen 1990 und 2005 veröffentlicht wurden und in denen der Spermienanteil bis zur völligen Wiederherstellung jeden Monat überprüft wurde. So ließ sich ermitteln, wann die Spermienkonzentration einen Schwellenwert von 20 Millionen pro Milliliter erreichte, eine Grenze für die Fruchtbarkeit.

Es waren Daten von über 1500 Männern zugänglich. Die mittlere Zeit zur Wiederherstellung des Spermiengehalts auf 20 Millionen pro Milliliter lag bei drei bis vier Monaten. Unterschiedliche Faktoren waren mit schnelleren Erholungsraten assoziiert wie zum Beispiel höheres Alter, asiatische Abstammung, kürzere Behandlungsdauer und höhere Spermienkonzentrationen im Ausgangszustand. Obwohl diese Faktoren die Geschwindigkeit der Erholung beeinflussten, regenerierte sich die Spermatogenese bei allen Männern auf ein Niveau, das mit Fruchtbarkeit vereinbar ist.

Dr. Liu kommentiert: "Unsere Daten stellen sicher, dass die bisher beschriebene Wirksamkeit von hormoneller Verhütung bei Männern mit einer klar vorhersagbaren Erholung der Samenflüssigkeit und der Wiederherstellung der Fruchtbarkeit einhergeht. Diese Ergebnisse machen ein solches Medikament viel versprechend, da es Männern ermöglicht, sich unter fairen Bedingungen an der Last und Freude der Familienplanung zu beteiligen."

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