| Samstag, 22. November 2008 |
Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) will eine internetgestützte Plattform einrichten, die eine Frage-Antwort-Kommunikation zum Thema „Psychologische Dienstleistungen und Psychotherapie für Menschen mit Migrationshintergrund“ unter Kolleginnen und Kollegen ermöglicht.
Bei seiner Delegiertenkonferenz in Magdeburg hat der BDP gleich drei Anträge zum Thema Integration angenommen. So wurde entschieden, eine internetgestützte Austausch- und Informationsplattform zum Thema "Psychologische Dienstleistungen und Psychotherapie für Menschen mit Migrationshintergrund" aufzubauen. Die psychologischen und psychotherapeutischen Angebote für diese Bevölkerungsgruppe sind aus Sicht des BDP völlig unzureichend.
Sehr viele im Verband organisierte Psychologen und Psychotherapeuten sind in ihren Praxen oder in Beratungsstellen mit dieser Thematik konfrontiert, zum Teil ohne oder zumindest nicht ausreichende Hintergrundinformationen. Eine Plattform, die eine Frage-Antwort-Kommunikation unter diesen Kolleginnen und Kollegen ermöglicht, auf Literatur und einschlägige Websites verweist und die Möglichkeit der Einzelfall-Supervision auf dem Wege der Internettelefonie schafft, soll helfen, Defizite abzubauen. Davon könnten letztlich auch viele Migranten profitieren.
Um die verbandlichen Aktivitäten zu koordinieren und gegenüber der Fachöffentlichkeit einen zentralen Ansprechpartner zu benennen, wurde zweitens ein Integrationsbeauftragter beschlossen. Die Delegierten votierten außerdem dafür, die interkulturellen Kompetenzen von Psychologen durch Angebote der Deutschen Psychologen Akademie zu fördern. Der Bedarf an interkulturellen Kompetenzen, so schätzt der BDP ein, wächst mit dem Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Angemessene Unterstützung und Hilfe können Psychologen dieser Bevölkerungsgruppe nur bieten, wenn sie selbst über ausreichende interkulturelle Kenntnisse verfügen.
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