| Freitag, 25. Juli 2008 |
Gesundheit
Deutschland hat internationale Vorreiterrolle bei Katastrophenvorsorge
Die schrecklichen Bilder sind uns allen noch im Gedächtnis: der verheerende Tsunami zum Jahresende 2004, die Verwüstungen durch den Wirbelsturm Katrina 2005 an den Küsten des Golfs von Mexiko und die Folgen des Erdbebens in der Kaschmirregion im Oktober des vergangenen Jahres.
Eine Reihe von Naturkatastrophen hat uns die Bedeutung wirksamer Katastrophenvorsorge eindringlich vor Augen geführt.
Vorsorge ist besser als heilen
Rasche Humanitäre Hilfe nach Naturkatastrophen ist in vielen Fällen überlebenswichtig. Aber Vorsorge ist besser als heilen. Die oft katastrophalen Folgen von Naturereignissen dürfen nicht als unvermeidbar hingenommen werden. Die Erfahrung hat gezeigt: Durch Katastrophenvorsorge kann das Ausmaß vieler Naturkatastrophen entscheidend verringert werden.
Wenn es uns gelingt, die Verwundbarkeit bestimmter Regionen zu verringern und die Frühwarnung zu verbessern, können wir Menschenleben schützen und Güter erhalten. Die Bundesregierung setzt sich daher seit Jahren weltweit für die Förderung der Katastrophenvorsorge und der Katastrophenfrühwarnung in Politik, Wissenschaft und Praxis ein. Viel haben wir bereits erreicht, und wir werden unser Engagement auch in Zukunft fortsetzen.
Katastrophenvorsorge im Denken und Handeln verankern
Die Negativrekorde der letzten Jahre haben keine lange Lebensdauer mehr. In 2005 verkündete die Versicherungswirtschaft, dass 2004 das Jahr mit den höchsten Schäden in der Geschichte der Versicherungen gewesen sei. Dieser traurige Rekord wurde bereits ein Jahr später gebrochen.
Mittel, die wir für den Wiederaufbau der ernormen Schäden verwenden müssen, stehen nicht mehr für neue Investitionen zur Verfügung. Sie sind somit für die Weiterentwicklung der Länder verloren.
Extreme Naturereignisse werden dann zu Katastrophen, wenn sie auf eine verletzliche - das heißt unvorbereitete - menschliche Gesellschaft treffen. Neben der Entwicklung der Naturereignisse spielt daher die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft eine entscheidende Rolle.
Die Notwendigkeit zur Vorsorge wurde durch die Vereinten Nationen bereits Anfang der Neunzigerjahre erkannt. Die notwendige Koordinationsstruktur - die jetzige Internationale Strategie zur Katastrophenvorsorge (ISDR) - wurde geschaffen. Die Mitgliedsländer forderte man auf, als Ergänzung zu dieser VN-Strategie entsprechende nationale Plattformen zu etablieren.
Das Deutsche Komitee Katastrophenvorsorge e.V. (DKKV) stellt die nationale Plattform zur Katastrophenvorsorge in Deutschland dar. Sein Ziel ist es, die Gesellschaft zu befähigen, sich mit den Auswirkungen von Naturgefahren auseinander zu setzen und Katastrophenvorsorge im gesellschaftlichen Denken und Handeln zu verankern.
Die beste Hilfe ist vor der Katastrophe
Der jüngste Weltkatastrophenbericht des Internationalen Roten Kreuzes enthält leider auch folgende Aussage: Viele Menschenleben hätten durch bessere Information und Kommunikation, durch eine bessere Katastrophenvorsorge gerettet werden können. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat seit langem die Stärkung der Katastrophenvorsorge auf nationaler wie auf internationaler Ebene zu einer Kernaufgabe erklärt.
Das deutsche Engagement in der Katastrophenvorsorge deckt sich mit der Forderung des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Kofi Annan, die Kultur der Reaktion in eine Kultur der Vorbeugung zu verwandeln. Für diese Konzentration auf die Prävention sprechen in Zeiten knapper Ressourcen nicht nur ökonomische, sondern vor allem auch humanitäre Gründe: Wann immer es uns gelingt zu verhindern, dass ein Naturereignis zu einer Katastrophe wird, retten wir Menschenleben, ersparen wir Menschen Leid. Wir werden nicht die Naturgewalten beherrschen, aber wir können uns besser auf sie einstellen und klüger mit ihnen umgehen.
Konkrete Ergebnisse
Der Untertitel der Konferenz "Vom Konzept zum Handeln" hat unterstrichen, dass noch bestehende Lücken in der Katastrophenfrühwarnung jetzt systematisch geschlossen werden müssen. Die EWC III hat dabei konkrete Erkenntnisse geliefert, wie Frühwarnung in Zukunft wirksamer gestaltet werden kann. Aus den Erfahrungen der Konferenzteilnehmer wurde eine "Checkliste" für die praktische Anwendung erarbeitet. Sie erleichtert Aufbau und Überprüfung von Frühwarnsystemen weltweit.
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