Sonntag, 12. Oktober 2008
 Home arrow Gesundheit arrow Vakuumsversiegelungstherapie: Noch keine guten Belege für den Nutzen

Vakuumsversiegelungstherapie: Noch keine guten Belege für den Nutzen

16.05.2006 Quelle: IQWiG   

Es gibt derzeit keine überzeugenden Belege, dass Wunden mit der Vakuumversiegelungstherapie (VVS) besser heilen als mit einer herkömmlichen Behandlungsmethode. Die VVS sollte deshalb in klinischen Studien weiter erprobt und vorläufig nicht in der Breite eingesetzt werden.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), den das Kölner Institut veröffentlicht hat. Die Wissenschaftler rechnen aber damit, dass in absehbarer Zeit weitere Studien abgeschlossen werden und es dann aussagekräftigere Belege für den Nutzen der VVS geben könnte. Sie empfehlen deshalb, die Methode in zwei bis drei Jahren erneut zu bewerten.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das IQWiG beauftragt, anhand der vorhandenen Literatur zu bewerten, welchen Nutzen und welchen Schaden Patienten mit akuten oder chronischen Wunden von einer Behandlung mit VVS im Vergleich zu konventionellen Therapieformen erwarten können. Die VVS wird in Deutschland in Kliniken bereits seit vielen Jahren breit eingesetzt in der Hoffnung, sie könnte die Heilung von größeren Wunden beschleunigen. Im stationären Sektor wird sie von den gesetzlichen Kassen (GKV) erstattet, nicht jedoch im ambulanten Bereich. Dem G-BA liegt aber ein Antrag vor, wonach die VVS auch in der ambulanten Versorgung als Regelleistung anerkannt und zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherungen abgerechnet werden soll.

Qualität der Studien insgesamt mangelhaft

Bei ihrer umfassenden Recherche identifizierten die Kölner Wissenschaftler 17 Studien mit insgesamt 602 Teilnehmern, in denen die VVS mit einer traditionellen Wundbehandlung verglichen wurde und die zumindest einigermaßen zuverlässige Ergebnisse lieferten. Auch die methodische Qualität dieser Studien schätzen die Forscher aber als "schlecht" ein: Zu den häufigsten Mängeln gehört, dass es sogar innerhalb der Studien widersprüchliche Aussagen gab. In einigen Studien blieb zudem offen, ob die Daten in adäquater Weise erhoben wurden. Wichtig ist zum Beispiel, dass alle Patienten, die an einer Studie teilnehmen, auch in die Auswertung aufgenommen werden. Oft sind gerade die Patienten, die zum Beispiel wegen Nebenwirkungen oder Komplikationen die Therapie vorzeitig abbrechen, für die Beurteilung besonders wichtig. In vielen der vom IQWiG analysierten Studien blieb unklar, wie mit solchen Studienabbrechern umgegangen wurde. Schließlich wurden auch dort, wo es möglich gewesen wäre, die Zielgrößen oft nicht verblindet erhoben, was die Gefahr von Verzerrungen zusätzlich erhöht.

Bei sieben der 17 Studien handelt es sich um RCT (Randomised Controlled Trials), bei denen die Patienten zufällig einer der beiden Gruppen zugeteilt wurden. In die Bewertung einbezogen wurden aber auch zehn nicht randomisierte Interventionsstudien, bei denen zumindest die Patientengruppen zeitlich parallel behandelt wurden.



Drucken
 
Leser Bewertung:  
SchlechtSehr Gut 

Body Mass Index

 
Stellenmarkt für Fach- und Führungskräfte Stellenangebote Jobs Jobsuche Stellenmarkt Stellenanzeigen Affiliate-Programm

Gesundheitstipps

Foto: pixelio.deFitt statt fett: Frühjahrszeit - Diätzeit
Wie die Krokusse schießen im Frühjahr die Diätempfehlungen aus dem Boden. Keine Frauenzeitschrift, die nicht Tipps und Tricks zum besten gibt.

Gesundheitswirtschaft.info will nicht zurückstehen und präsentiert eine Auswahl zum Thema Diät, Fasten und Schönheitswahn. weiterlesen
   
Medikamenten-Suche

Newsletter abonnieren

Newsletter abonnieren Die neuesten Artikel zur Gesundheitswirtschaft 14-tägig per E-Mail kostenlos abonnieren!
 
 

Werbung

Alles zum Thema Kfz Versicherung
Generated in 1.13319 Seconds