Samstag, 22. November 2008
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Ausgeschieden - Heft zur gesundheitsbedingten Frühberentung erschienen

23.05.2006 Quelle: Robert Koch-Institut   

Foto: aboutpixel.dePsychische Erkrankungen, Verschleißerkrankungen von Skelett, Muskeln und Bindegewebe, Neubildungen und Erkrankungen des Kreislaufsystems sind die häufigsten Beschwerden, die einen Arbeitnehmer zwingen können die Frühberentung in Anspruch zu nehmen.

Im Jahr 2003 haben insgesamt rund 100.000 Männer und 74.000 Frauen in der Deutschland aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit eine Rente erhalten.

Das aktuelle Heft der Gesundheitsberichterstattung untersucht Faktoren, die für eine gesundheitsbedingte Frühberentung maßgeblich sind, zeigt, welche Entwicklungen erkennbar sind und behandelt die individuellen und gesellschaftlichen Folgen sowie die Kosten, die durch Frühberentungen entstehen.

Erkennbar ist, dass mehr Arbeiter und Arbeiterinnen Frührente in Anspruch nehmen als Angestellte. So wurden 2003 in den alten Bundesländern beispielsweise etwa neun Arbeiterinnen und sechs Arbeiter pro 1.000 aktiv Versicherter früh berentet, während es bei den Angestellten vier Frauen und drei Männer waren. Erklären lässt sich dies durch die höhere körperliche Arbeitsbelastung der Arbeiterinnen und Arbeiter und der begrenzten beruflichen Mobilität in andere Berufe.

Neben der Anzahl der Versicherten, die gesundheitsbedingte Frühberentung in Anspruch nehmen, ist auch noch das Eintrittsalter von Bedeutung. Hierbei ist ein Trend zu immer früherer Berentung zu sehen. 2003 lag das durchschnittliche Eintrittsalter von Frauen bei 49,2 und bei Männern bei 50,7 Jahren. Beim Vergleich des Renteneintrittsalters von Arbeiterinnen und weiblichen Angestellten erkennt man, dass Arbeiterinnen früher diese Rente in Anspruch nehmen als angestellte Frauen (47,3 Jahre gegenüber 48,3 Jahre).

Die Höhe der 2003 neu bewilligten Frührenten lag im früheren Bundesgebiet für Männer im Schnitt bei 703 € und für Frauen bei 589 €. In den neuen Ländern erhalten die Frauen, da sie oftmals eine lückenlose Erwerbsbiografie aufweisen können, mit 646 € höhere Renten als die Männer (637 €) und die Frauen aus den alten Bundesländern. Diese Rentenzahlungen verursachen jährliche Kosten von 20,4 Mrd. €, was 2,9 % der gesamten Sozialausgaben für 2003 entsprechen. Damit liegt der Anteil am Sozialbudget ungefähr auf dem Niveau der achtziger Jahre. Trotz gebremster Ausgaben für gesundheitsbedingte Frühberentung ist dem Thema nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung weiterhin Beachtung zu schenken.

Das Robert Koch-Institut, das die Gesundheitsberichterstattung des Bundes in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchführt, veröffentlicht regelmäßig Themenhefte.

Das GBE-Heft "Gesundheitsbedingte Frühberentung" ist auch im Internet abrufbar unter http://www.rki.de > Gesundheitsberichterstattung > GBE-Publikationen > Themenhefte und kann kostenlos schriftlich angefordert werden: Robert Koch-Institut, GBE, Seestraße 10, 13353 Berlin, E-Mail: gbe@rki.de, Fax: 01888-754-3513.

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