Freitag, 21. November 2008
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Kein Wettbewerb bei freiverkäuflichen Medikamenten in Apotheken

10.07.2006 Quelle: Verbraucherzentrale NRW   

Foto: aboutpixel.deAuch nach Aufhebung der Preisbindung findet kein Wettbewerb beim Verkauf von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten statt. Bei der Preisgestaltung lassen sich die Apotheken zudem nur ungern in die Karten schauen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage zu Heuschnupfen- und Schmerzmitteln.

Dabei kontaktierten die Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen im März in ihren Ländern insgesamt 837 Apotheken in 41 Städten.

Seit 1. Januar 2004 können Apotheken ihre Preise für freiverkäufliche Medikamente selbst festlegen. Ob dies zu unterschiedlichen Auszeichnungen führt, checkten die Organisationen nun, zwei Jahre nach der Freigabe, für die drei Antiallergika Zyrtec P, Cromo ratiopharm (Augentropfen) und Vividrin Kombipackung sowie für die beiden gängigen Analgetika Aspirin und Dolormin gebeten. Erstes enttäuschendes Resultat: Fast alle Apotheken reagierten befremdet auf die Umfrage. Lediglich 343 – nur knapp 41 Prozent – gaben überhaupt eine Preisauskunft.

Weiteres Ergebnis: Die Apotheken machen sich über den Preis kaum Konkurrenz. Bei 91 bis 97 Prozent der fünf Arzneimittel folgten die auskunftsbereiten Pharmazeuten der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Die größten Preisunterschiede waren beim Schmerzmittel Aspirin und die geringsten beim Anti-Allergiepräparat Vividrin zu verzeichnen. Nur eine Apotheke bot die fünf Arzneien zwischen 25 und 45 Prozent unterhalb der Herstellerempfehlung an.

Patienten, die auf rezeptfreie Medikamente angewiesen sind, sollten beim Apotheker nicht nur nach deren Risiken und Nebenwirkungen fragen. Kunden sollten sich zudem nach den Preisen erkundigen und diese mit anderen Angeboten vergleichen – zum Beispiel mit billigeren Nachahmerpräparaten und Re-Importen.

Die Untersuchung der Verbraucherzentralen erfolgte im Rahmen des Projektes „Markttransparenz im Gesundheitswesen“, das durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Mit ihren Tests und Informationen wollen die Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen Benachteiligungen von Patienten im Gesundheitswesen deutlich machen.

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