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170.000mal operieren deutsche Ärzte pro Jahr am Herzen und setzen dabei häufig diese Aderstützen aus purem Edelstahl ein. Ihr Problem: Bei Risikopatienten wie Diabetikern wachsen die Stents häufig innerhalb weniger Wochen wieder zu.
Die Folge sind aufwändige und schmerzhafte Nachoperationen, bei denen dann eine neue Ader (ein so genannter Bypass) an den Herzkranzgefäßen gelegt werden muss.
Sie sind nur rund einen Zentimeter lang und kaum so dick wie ein Bleistift - doch sie können Leben retten: So genannte Stents - kleine Gitterchen aus Edelstahl - verhindern , dass sich ein verengtes Blutgefäss nach einer operativen Dehnung (Ballon-Dillatation) wieder schließt.
In Amerika wurden nun Stents mit einer Schicht aus verschiedenen Medikamenten beschichtet, die das Zuwachsen verhindern. In einer wissenschaftlichen Studie hat die Techniker Krankenkasse in Deutschland untersuchen lassen, ob die drei- bis fünfmal so teuren Stents der neuen Generation halten, was sie versprechen, und ob ihr Einsatz nicht langfristig sogar kostengünstiger sein kann. Das Zwischenergebnis nach zweijähriger Studie und einjähriger Nachbeobachtungszeit: Betrachtet man zusätzliche Folgekosten wie spätere Arztbesuche oder Krankheitstage, gleichen sich die anfänglich höheren Kosten aus und der finanzielle Aufwand liegt bei beiden Methoden bei rund 12.000 Euro pro Fall.
Risiko-Patienten profitieren aber eindeutig von den medikamentenbeschichteten Stents, da die Lebensqualität deutlich steigt: So entfällt in den meisten Fällen eine sonst notwendige große Herz-Operation, bei der in der Regel der Brustkorb geöffnet wird. Rund 71.000 solcher Bypass-Operationen sind bislang pro Jahr noch erforderlich.
Die Untersuchung wurde an 952 Patienten (294 in der Vergleichskohorte, 658 Patienten mit beschichteten Stents) durchgeführt. Die Auswertung übernimmt das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Berliner Charité.
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