| Dienstag, 07. Oktober 2008 |
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Trialogische Krankenpflege und das Assessment MIA Glaubt man den verschiedenen Gutachten, einschlägigen Studien und auch den eigenen Erfahrungen findet die Einbeziehung der Angehörigen (wie auch der Patienten) im Gesundheitswesen generell unsystematisch und ohne Verwendung hierfür geeigneter Instrumente, Verfahren und Prozesse statt.
Dieser Sachverhalt kann nicht ohne Auswirkungen auf die in den einzelnen Organisationen erreichte Ergebnisqualität der Patientenversorgung und der Kundenzufriedenheit bleiben.
An dieser unbefriedigenden Situation knüpft das Prinzip der evidenzbasierten Angehörigenintegration an. In diesem mehrstufigen Prozess bildet das Assessment Multidimensionale Inventar für Angehörige (MIA) -- veröffentlicht im Juli 2006 bei Harcout-Test Frankfurt -- einen grundlegenden Navigator.
Das als halbstandardisiertes Interview vorgetragene Assessment überwindet beschriebenes Defizit, indem es entlang von 7 inhaltlichen Bereichen (Skalen): Aktuelles Befinden (1), Informiertheit (2), Expertenstatus/Engagement (3), Lebensqualität und Fitness (4), Soziale Ressourcen (5), Materielle Ressourcen (6) und Fähigkeiten (7) diejenigen Informationen (Motivation, Fähigkeit und Ziele) einholt, die als Grundlage jedes weiteren therapeutischen Vorgehens angesehen werden müssen.
Durch die Anwendung von MIA werden darüber hinaus nicht nur die besonderen Ressourcen, sondern auch spezielle Gefährdungspotentiale der Betreuungs- bzw. Integrationssituation sichtbar gemacht und Wege erkennbar wie diese Risiken frühzeitig positiv beeinflusst werden. Eingesetz wurde das Verfahren bisher in der:
Ein weiteres bedeutendes Konstruktionsmerkmal von MIA ist, dass nicht nur die Einschätzungen des Angehörigen (1) sondern auch die des Patienten/Bewohner (2) und des beruflichen Experten (3) systematisch eingeholt werden. Damit erfüllt MIA die Voraussetzungen eines an der Lebenswelt der Menschen und den Erfordernissen der beruflichen Helfer orientierten trialogischen Vorgehens. MIA kann als ein -- nach wissenschaftlichen Kriterien konstruiertes -- Instrument der trialogischen Pflege bezeichnet werden.
In der empirischen Entwicklung konnte nicht nur die Stabilität von MIA (Reliabilität) sondern auch dessen positive Effekte auf die Qualität der Versorgung aufgezeigt werden (Validität). MIA kann und soll von allen Berufsgruppen des Gesundheitswesens eingesetzt werden. Das Verfahren dient auch dem Ziel den Mitarbeitern in der Versorgung die Betroffenenintegration zu erleichtern. Deshalb ist MIA so entwickelt, dass Durchführung, Auswertung und Ergebnisumsetzung einfach, transparent und logisch ist. Für die Durchführung und Auswertung des Verfahrens benötigt der geübte Anwender weniger als ½ Stunde.