| Mittwoch, 03. Dezember 2008 |
Gesundheitspolitik
Neuer Beitragseinzug über Gesundheitsfonds kostet Milliarden
Die von Union und SPD geplante kurzfristige Einführung eines Gesundheitsfonds mit einem neuen Beitragseinzug für die gesetzlichen Krankenkassen verdoppelt die Verwaltungskosten und führt zu erheblichen Turbulenzen in dern Versicherungs- und Versorgungsabläufen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Expertise der Spitzenverbänder der Krankenkassen.
Darin heißt es weiter, die Politik unterschätze das Ausmaß der mit der Neuorganisation verbundenen Planungs-, Entwicklungs- und Aufbauarbeiten. Die Einführung eines Fonds mit regionalen Inkassostellen benötige einen Organisationsvorlauf von mehreren Jahren. Statt neue Bürokratie zu erzeugen, solle man bewährte Strukturen nutzen, fordern die Krankenkassen.
Das Eckpunktepapier von Union und SPD zur Gesundheitsreform sieht vor, die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab 2008 über einen Gesundheitsfonds zu organisieren. Arbeitgeber sollen die dann GKV-einheitlich vorgebenen Beiträge nicht mehr an die regional organisierten Inkassostellen entrichten. Stattdessen soll die Verteilung an die Krankenkassen und an die übrigen Sozialversicherungsträger zentral über den Fonds abgewickelt werden. Zusatzbeiträge der einzelnen Krankenkassen würden dagegen weiterhin durch die einzelnen Kassen oder in deren Auftrag durch die regionalen Inkassostellen eingezogen.
Die Krankenkassen haben die Kosten für die Neustrukturierung prüfen lassen. In ihrer Expertise vom 20. Juli 2006 kommen sie zu dem Ergebnis, dass die Reform keineswegs Kosten sparen, sondern im Gegenteil neue Kosten und Probleme erzeugen würde.
Die wichtigsten Ergebnisse der Expertise:
Weitere Informationen zum Thema: http://www.aok-bv.de/politik/reformwerkstatt/index_08663.html
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Renate Ruhdorfer |
Hubert Claves |