| Sonntag, 12. Oktober 2008 |
Zukunftstrends
Der Pisa-Test der Schmerztherapeuten heißt QUIPS Nach einer Operation fast ohne Schmerzen aufzuwachen wünschen sich alle Patienten. Damit das für immer mehr Patienten möglich wird, startet für alle interessierten Krankenhäuser das bundesweite Projekt "Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie" (QUIPS).
Das Porjekt führt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) durch. Ziel ist es, die Qualität der Schmerztherapie in Krankenhäusern durch die Messung der Ergebnisqualität zu analysieren und bei Bedarf zu verbessern. Ausschlaggebend ist dabei das subjektive Schmerzempfinden der Patienten. Deshalb werden diese bei QUIPS nach einer Operation dazu befragt. Der Leistungsvergleich übers Internet mit anderen Kliniken und die wöchentliche Rückmeldung der analysierten Ergebnisse helfen zusätzlich, die Schmerztherapie weiter zu optimieren.
Gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit, wurde vor drei Jahren das Projekt zur "Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie" - kurz QUIPS - gestartet, das die Schmerzversorgung der Patienten verbessern soll. Das Prinzip besteht in einem Leistungsvergleich (Benchmarking), der über das Internet stattfindet. Am Computer geben die Ärzte ihre Patientendaten und das Ergebnis der Schmerzbehandlung ein. Hierzu wurde ein spezieller Fragebogen entwickelt. Dort gibt der Patient an, wie stark seine Schmerzen nach der Operation sind und wie sehr sie ihn beeinträchtigen. Auch die Nebenwirkungen, die bei den heute eingesetzten starken Schmerzmitteln auftreten können, werden erfasst. Anders als andere Programme zum Qualitätsmanagement, die in erster Linie die Handlungsabläufe in der Klinik verschlanken, steht bei QUIPS der Patient im Mittelpunkt.
Aktuell nehmen schon über 50 Stationen an 15 Kliniken unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichen chirurgischen Fachgebieten an QUIPS teil. Der Zeitaufwand ist gering und liegt bei fünf bis zehn Minuten pro Patienten. Bisher wurden weit über 12.000 Datensätze gesammelt. Neue Teilnehmer können direkt darauf zurückgreifen, denn die Daten werden wöchentlich analysiert. Jeder Arzt und jede teilnehmende Klinik kann sich über das Internet zeitnah darüber informieren, wie gut die postoperativen Patienten im Vergleich zu anderen versorgt werden. Sie können dadurch Defizite aufdecken, die Auswirkungen von Interventionen beobachten und gezielt an einer weiteren Verbesserung der Schmerztherapie arbeiten. Eine weitere Besonderheit ist der interdisziplinäre Ansatz: Chirurgen und Pflegekräfte haben das Projekt gemeinsam entwickelt, und eine enge Kooperation der Fachgesellschaften ist geplant.
Anmeldung
DGAI / BDA Geschäftsstelle
Dr. med. Alexander Schleppers
Roritzerstraße 27
90419 Nürnberg
dgai@dgai-ev.de
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