Anklage gegen ehemaligen Marburger Chefarzt
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31.07.2006
Quelle: Redakion /ws
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Gegen einen ehemaligen Chefarzt des Universitätsklinikums Marburg wird Anklage erhoben. Am Freitag sagte Hans-Joachim Wölk, Oberstaatsanwalt der Marburger Staatsanwaltschaft, dass dem Arzt gefährliche Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Medizinproduktegesetz vorgeworfen werden.
Der Chefarzt wird verdächtigt, bei Knie- und Gelenksoperationen abgelaufene und nicht zugelassene Rinderknochen-Implantate verwendet zu haben. Von den Präparaten, die als Ersatz für Schrauben und Befestigungsstifte aus Metall eingesetzt wurden, wussten viele Betroffene nichts und in ca. 20 Fällen sind wohl diese sogar gegen das ausdrückliche Einverständnis der Betroffenen verwendet worden.
Zwischen 1999 bis 2005 hat der damalige Chefarzt der Marburger Unfallchirurgie an Rinderknochen-Implantate geforscht. Seit April 2005 ist er vom Dienst suspendiert, nachdem ein anonymer Hinweis - vermutlich ein Mitarbeiter aus dem Krankenhaus - die Staatsanwaltschaft zum eingreifen zwang. Laut Staatsanwaltschaft sollen sogar selbst hergestellt sowie mit abgelaufenem Verfallsdatum Implantate benutzt worden sein. Eine Zulassung gab es dann natürlich auch nicht. Die ersten Fälle werden aber erst ab 2007 vor Gericht verhandelt werden.
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