| Montag, 06. Oktober 2008 |
Medizin/Pharma
Deutsche Versandapotheken begrüßen Liberalisierung des Arzneimarktes "Die aktuelle Diskussion über den Arzneimittelversandhandel in Deutschland und die zunehmende Akzeptanz dieses Vertriebsweges durch die deutschen Patienten macht eine frühzeitige Integration der Versandapotheken beim Test der elektronischen Gesundheitskarte notwendiger denn je", sagt der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Versandapotheker Johannes Mönter.
Die umstrittene Eröffnung einer Filiale des niederländischen Versandhändlers Doc Morris in Deutschland hatte die Diskussion über den Arznei-Versandhandel neu entfacht. Der Marktanteil der Versandapotheken nimmt immer mehr zu. Aktuell liegt er bei 1,5 bis zwei Prozent des Apothekenumsatzes. Bis zum Jahr 2010 wird er voraussichtlich auf acht Prozent steigen.
Mönter: "Bei der aktuellen Diskussion wird vergessen, dass auch deutsche Versandapotheken massiven Wettbewerb betreiben und die Patienten deutlich davon profitieren. Aktuell existieren mehr als 1.200 Versandapotheken. Mit Doc Morris konkurrenzfähig sind derzeit etwa 20." Der Wettbewerb habe unter anderem dazu geführt, dass die Preise für rezeptpflichtige Arzneimittel deutlich in Bewegung geraten seien. Kunden können bei Versandapotheken heute bei rezeptfreien Arzneimitteln 30 Prozent und mehr sparen. In der Apotheke vor Ort sei dieser Wettbewerb kaum zu spüren.
Alle bisherigen Bestrebungen deutscher Versandapotheken, auch im Bereich der rezeptpflichtigen Arzneimittel für mehr Wettbewerb zu sorgen, seien durch den Klageweg blockiert worden. Daher sei es seitens des Gesetzgebers konsequent, die Preisbindung bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln aufzuheben und Höchstpreise einzuführen. "Das wird den Wettbewerb deutscher Versandapotheken im Sinne des Patienten noch weiter ankurbeln", ist sich Mönter sicher. Davon würden die Patienten und die gesetzlichen Krankenkassen profitieren. Die Politik dürfe aber nicht vergessen, auch die Integration der Versandapotheken in die Testregion der elektronischen Gesundheitskarte in einer frühen Phase verbindlich vorzuschreiben, denn sonst würden die Versandapotheken schnell wieder vom Markt verschwinden. Mit der elektronischen Gesundheitskarte, die die bisherige Versichertenkarte ablösen wird, sollen Rezepte zum Beispiel künftig nicht mehr auf Papier ausgestellt, sondern dem Versicherten in elektronischer Form auf der Karte zur Verfügung gestellt werden. "Es muss eine Lösung gefunden und entwickelt werden, damit Versandhandelskunden auch künftig ihre Rezepte problemlos an ihre Versandapotheke senden können", fordert Mönter.
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