| Montag, 08. September 2008 |
Zukunftstrends
Gestaltungsthemen im Gesundheitsmarkt Der Umgang mit medizinischen Innovationen ist eines der wichtigsten Gestaltungsthemen im Gesundheitsmarkt. Krankenkassen, Kliniken, Ärzte und Unternehmen müssen dabei enger und „pro-aktiv“ zusammenarbeiten, um den Patienten „echte“ Innovationen schneller zur Verfügung zu stellen.
Das sagte der IKK-Vorstandsvorsitzende Rolf Stuppardt auf dem BVMed-Innovationsforum mit dem Titel „Der Umgang mit Innovationen in der Gesundheitswirtschaft“ am 6. September 2006 in Berlin vor rund 180 Teilnehmern. Die Kassen müssten „Triebkraft des medizinischen Fortschritts“ werden. BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt formulierte das gemeinsame Ziel von Kassen und Unternehmen, Innovationen, die medizinischen Fortschritt und einen ökonomischen Nutzen bieten, schneller in das System einzuführen. „Wir sperren uns daher nicht gegen Innovationsbegleitung und Innovationsmanagement im Vorfeld – gemeinsam mit den Partnern im Gesundheitsmarkt“.
Bernd Beyrle von der Techniker Krankenkasse wies darauf hin, dass die Unternehmen der Medizintechnologiebranche den Zusatznutzen der Innovation nachweisen müssten. Der Gesundheitsökonom Prof. Dr. Jürgen Wasem von der Universität Essen sagte, dass dabei nicht nur klinische Outcome-Studien im Fokus stehen dürften, sondern auch Kostenstudien. Auf der gesellschaftlichen Ebene sei zudem eine Diskussion über die Zahlungsbereitschaft für medizinisch-technische Innovationen notwendig. Kostenevaluationen könnten hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Auch Prof. Dr. Norbert Roeder vom Universitätsklinikum Münster appellierte, dass die Finanzierung von Innovationen stärker thematisiert werden müsse. Wichtig sei dabei die Erkenntnis, dass Innovationen nicht immer nur „mehr Geld“ bedeuten, sondern bei einer Gesamtbetrachtung des Falls auch Kosten eingespart werden können, beispielsweise durch die Verringerung von Liegezeiten in den Kliniken.
In seiner Einführungsrede forderte BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt eine differenziertere Diskussion des Begriffs „Innovationen“, der gerade für den MedTech-Bereich äußerst wichtig sei. Innovationen müssten sowohl einen medizinischen als auch ökonomischen Nutzen aufweisen. Die Unternehmen müssten sich daher mit den Themen „Nutzen – Wirksamkeit“ und „Kosten – Nutzen“ beschäftigen und Daten dazu generieren. Gemeinsames Ziel mit den Krankenkassen und den Leistungserbringern müsse es sein, Innovationen, die medizinischen Fortschritt und einen ökonomischen Nutzen bieten, schnell in das System einzuführen. „Wir werben dafür, dass Innovationen gefördert werden. Wir sperren uns daher nicht gegen Innovationsbegleitung und Innovationsmanagement im Vorfeld – gemeinsam mit den Partnern im Gesundheitswesen“, so Schmitt.
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