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Die Endometriose ist die zweithäufigste gutartige gynäkologische Erkrankung. Bis zu 15 Prozent aller Frauen zwischen Pubertät und Wechseljahren leiden weltweit darunter. Allein in Deutschland wird von sechs Millionen Betroffenen ausgegangen, jährlich kommen 30.000 Neuerkrankungen hinzu.
"Trotz dieser Zahlen ist die Endometriose eine Krankheit, die in der Bevölkerung fast unbekannt ist. Auch viele Frauen haben von der chronischen Erkrankung noch nie etwas gehört", erklärt Anja Lampe, Geschäftsführerin der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. Die größte Endometriose-Vereinigung Europas wurde vor zehn Jahren als Selbsthilfeorganisation von betroffenen Frauen gegründet.
Sie hat sich auf die Fahne geschrieben, die meist schmerzhaft verlaufende Erkrankung bekannter zu machen und betroffene Frauen zu unterstützen. Bei der Endometriose baut sich Gewebe, welches dem der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter auf. Dort wächst das Gewebe und verbreitet sich in Abhängigkeit von den weiblichen Hormonen. Dies führt zu Entzündungsreaktionen. Neben Verwachsungen an verschiedenen inneren Organen ist die Krankheit einer der häufigsten Gründe für den unerfüllten Kinderwunsch.
"Unserem Ziel sind wir in den vergangenen zehn Jahren tatsächlich ein Stück näher gekommen. Allein im letzten Jahr erreichten uns rund 5.500 Anfragen von Frauen. Hinzu kommen bis zu 4.000 Zugriffe pro Tag auf unsere Homepage", erklärt Antje Lampe. Im Jahr 2003 wurde das Beratungsangebot um eine Telefonhotline - das "Endometriose - peer-to-peer-Beratungstelefon" erweitert. Lampe: "Seither haben sich rund 3.000 Frauen ratsuchend an die Telefonhotline gewandt. Dies ist ein großer Erfolg, der uns nach zehn Jahren intensiver Arbeit Kraft für weitere Projekte und Ideen gibt."
Hintergrund
Bis zu 15 Prozent aller Frauen erkranken in den Jahren zwischen Pubertät und Wechseljahren an einer Endometriose. Bei der Erkrankung baut sich Gewebe, welches dem der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter auf. Die Folge sind Entzündungen; Schmerzstoffe werden ausgesendet. Genau wie die normale Gebärmutterschleimhaut verändert sich dieses Gewebe während der Menstruationszyklen der Frau. In Abhängigkeit der individuellen Hormonsituation kommt es dadurch zu unterschiedlich starken Schmerzen während eines Monats.
Neben Verwachsungen an verschiedenen inneren Organen wie Bauchfell, Darm oder Blase ist die Krankheit einer der häufigsten Gründe für den unerfüllten Kinderwunsch. Betroffen sind vor allem Frauen im gebärfähigen Alter - während der Wechseljahre bildet sich die Endometriose meist zurück, aber die Verwachsungsbeschwerden bleiben häufig. Betroffene Frauen leiden vor allem unter krampfartigen Schmerzen während der Regelblutung. Aber auch chronische Bauch- und Rückenschmerzen sowie innere Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können Anzeichen für eine Endometriose sein.
Die Krankheit wird laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) je nach Schweregrad in vier Stadien unterteilt. Die Ursachen der Endometriose sind bis heute noch immer nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass betroffene Frauen unter einer muskulären Hyperaktivität leiden und sich ihre vitalen Schleimhautzellen der Gebärmutter über das Menstruationsblut und die Eileiter in die Bauchhöhle verschleppt haben.
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