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Praktikanten als billige Arbeitskräfte? |
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28.09.2006
Quelle: Die Grünen
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Die große Koalition schickt Praktikanten in die Warteschleife: Über wolkige Ankündigungen von Arbeitsminister Müntefering hinaus hat die Bundesregierung für Hochschulabsolventen in endlosen Praktika-Ketten bislang nichts zu bieten.
Die Grünen haben dagegen als erste Bundestagsfraktion Lösungswege für die Generation Praktikum entwickelt und verabschiedet. Leitlinie ist dabei: Praktikum ja, aber eingebunden ins Studium! Denn Praktika sind Lern- und nicht Arbeitsverhältnisse. Die Ausbeutung von Praktikanten als billige Arbeitskräfte muss verhindert werden.
Die Probleme von Hochschulabsolventen in Praktika liegen auf der Hand: Immer weniger junge Menschen finden nach dem Hochschulabschluss eine feste Stelle. Stattdessen bieten ihnen viele Unternehmen lediglich ein Praktikum an. Manche arbeiten dort unter vollem Einsatz sechs Monate oder länger. Trotz abgeschlossener Berufsausbildung gibt es am Ende oft keinen einzigen Cent in der Lohntüte. Bestenfalls winkt ein neuer Praktikumsplatz – der Absolvent gerät vom Hörsaal in die Warteschleife. So werden Talente entmutigt und junge Menschen in ihrer Lebensplanung eingeschränkt. Denn wer sich von Praktikum zu Praktikum hangelt, dem wird die Familiengründung erschwert. Zudem entgehen dem Staat die Einnahmen aus Steuern und Sozialversicherungen, die bei regulären Arbeitsverhältnissen entstehen.
Gegen die Umwandlung von Jobs in Praktika setzen die Grünen auf mehr Praxisnähe und fest eingebundene Praktika im Studium. Besonders in den neuen BA-MA-Studiengängen müssen Praktika vorgeschrieben und als Leistungsnachweis anerkannt werden. Ziel ist ein optimaler Übergang vom Studium in den Beruf, nicht zuletzt auch durch gute Beratung der Studierenden und Absolventen. Praktika sollen in der Regel auf maximal vier Monate begrenzt werden. Jedem Praktikanten steht eine angemessene Aufwandsentschädigung zu. Um die Einhaltung der Bedingungen zu gewährleisten, sollen die Tarifpartner entsprechende Vereinbarungen treffen und die Unternehmen Selbstverpflichtungen eingehen. Ein unabhängiges Gütesiegel "Faires Praktikum" zeichnet zudem vorbildliche Arbeitgeber aus. Wir wollen keine unbezahlten Dauerpraktikanten.
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