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Rund vier bis sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Osteoporose - weltweit mindestens 200 Millionen. Die WHO hat die Osteoporose deshalb als eine der zehn wichtigsten Volkskrankheiten eingestuft. Noch heute betrachten viele Betroffene Osteoporose als normale Alterserscheinung, [...]
[...] bei der medizinische Hilfe meistens zu spät kommt. Knochenbrüche in Hüfte und Wirbelsäule sind unter anderem die Folgen. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie zeigen führende Experten, dass dem Knochenabbau entgegengewirkt werden kann - und das in jedem Alter und in jedem Stadium.
"Die Osteoporose ist kein normaler Knochenabbau im Alter, sondern eine lebensgefährliche Skeletterkrankung", betont Professor Dr. Klaus M. Peters, Chefarzt an der Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht. Lebensgefährlich deshalb, weil etwa ein Viertel der Patienten innerhalb eines Jahres verstirbt, wenn es erst zu einer Hüftfraktur gekommen ist. Diese zu vermeiden, sei eine lebenslange Aufgabe. Mit der Prävention werde am besten bereits in der Kindheit begonnen.
Denn mit der am Ende der Pubertät erreichten Knochenmasse müssen die Menschen ein Leben lang auskommen. Wichtige Ursachen einer zu geringen Knochenmasse sieht Professor Peters in Bewegungsmangel und Übergewicht. Die Prävention besteht hier in Sport, aber auch in einer kalziumreichen und fettarmen Kost. Damit Kalzium vom Darm aufgenommen wird, braucht der Mensch Vitamin D. Es wird in der Haut gebildet, doch die Produktion dort lasse im Alter nach. Ältere Menschen mit erhöhtem Osteoporose-Risiko sollten deshalb auf eine ausreichende Calcium- und Vitamin D-Zufuhr achten.
Der Chirurg und Universitäts-Professor Dr. Michael Amling vom Universitätskrankenhaus Eppendorf sieht die Patienten in der Regel erst, wenn es zu einem Knochenbruch gekommen ist. "Doch auch dann gibt es noch wirksame Möglichkeiten zur Prävention weiterer Knochenbrüche", so Amling. Neue Medikamente wie beispielsweise Bisphosphonate sind heute in der Lage, die Knochenmasse zu erhöhen oder wenigstens den weiteren Abbau zu verhindern, sagt der Experte, der die Experimentelle Unfallchirurgie und das Zentrum für Biomechanik und Skelettbiologie leitet. Dort versuchen die forschenden Mediziner die Gründe für den Knochenabbau im Alter besser zu verstehen. In den letzten Jahren wurden wichtige Erkenntnisse gesammelt, etwa zur Rolle von Hormonen und Genen oder zum Zusammenwirken von knochenabbauenden und -aufbauenden Zellen.
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