| Dienstag, 07. Oktober 2008 |
Jobs & Karriere
Aus- & Weiterbildung
BMBF und DFG setzen auf den wissenschaftlichen Nachwuchs DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker lobte insbesondere die Dynamik im deutschen Wissenschaftssystem: "Wir stehen so gut da wie selten." Er betonte aber, dass es nach wie vor Handlungsbedarf gibt: Der geringe Anteil von Wissenschaftlerinnen in Spitzenpositionen und die fehlenden verlässlichen Karriereperspektiven seien Mängel, die noch behoben werden müssen. "Die Lage der Universitäten ist ein Gradmesser für die moderne Wissensgesellschaft. Die Universität wiederum ist nur so gut, wie sie mit ihren Studierenden und Mitgliedern umgeht." Auch der Spagat zwischen Klinik und Forschung stelle wissenschaftlich tätige Mediziner immer noch vor große Probleme.
Dass man in Deutschland auf dem richtigen Weg sei, aber noch einige Defizite im Wissenschaftssystem vorhanden sind, betonte Professor Rolf Tarrach, Rektor der Universität Luxemburg: Lange Studienzeiten, zu späte Selbstständigkeit, starke Hierarchien, das unflexible Beschäftigungssystem und ungenügende Internationalisierung der Universitäten lähmten das System.
In fünf verschiedenen Workshops diskutierten die rund 270 Teilnehmer aktuelle Fragestellungen zum Thema "wissenschaftliche Karriere". So wurden unterschiedliche Wege zu einer Hochschulkarriere ebenso kontrovers erörtert wie die Chancen nach der Qualifizierungsphase. Die Vielfalt der Karrierewege in Deutschland sei positiv, dennoch forderten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr Flexibilität und verlässliche Perspektiven im Hochschulsystem und mehr Transparenz bei Berufungsverfahren und bei der Evaluierung erbrachter Leistungen. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Förderung der Internationalisierung und die Schwerpunktsetzung der Universitäten auch zugunsten neuer wissenschaftlicher Themen standen im Zentrum der Diskussion.
Ein Beispiel, wie Deutschland den Wissenschaftsstandort stärken will, ist der von Bundesbildungsministerin Annette Schavan vorgelegte Gesetzesentwurf, der die Höchstbefristung von zwölf respektive 15 Jahren für Verträge in der Wissenschaft modifiziert. Der im Kabinett verabschiedete Entwurf sieht vor, dass Wissenschaftler so lange weiter befristet arbeiten dürfen, wie sie Drittmittel einwerben. Das Gesetz gibt zusätzlich die Möglichkeit, die zulässige Befristungsdauer für die Betreuung eines Kindes um zwei Jahre zu verlängern. Auch die DFG bietet mit ihrer Förderkette adäquate Angebote für den Nachwuchs. So wurde die Heisenberg-Professur als Modell eines Tenure Track als Schritt in die richtige Richtung bewertet, der konsequent weitergegangen werden müsse. Die DFG wird prüfen, wie sie die Forderungen der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konsequent in ihrem Förderhandeln berücksichtigen kann.
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