Freitag, 21. November 2008
 

Erste Patientenuniversität Deutschlands

11.10.2006 Quelle: Kerstin Stachel   

Die zunehmende Alterung der Gesellschaft und die Zunahme chronischer Erkrankungen führen dazu, dass sich immer mehr Menschen mit dem Thema Gesundheit und Krankheit beschäftigen müssen. Sie müssen lernen, mit ihrer Krankheit und zahlreichen damit verbundenen Herausforderungen umzugehen.

„Eine angemessene Gesundheitsbildung, Beratung und Schulung von Bürgerinnen und Bürger sowie Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Gegebenheiten ist deshalb zwingend erforderlich", betont Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Schwartz von der Medizinischen Hochschule Hannover, Direktor der Abteilung Epidemiologie Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung.

Die Menschen benötigen den Zugang zu qualitativ hochwertigen Informationen. Sie müssen die Informationen so verstehen und nutzen können, dass sie zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit beitragen. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat deshalb ein Konzept für diese Herausforderungen entwickelt: Als erste Universität in Deutschland hat die MHH eine Patientenuniversität gegründet.

„Die Patientenuniversität dient dazu, mit strukturierten Bildungsangeboten das universitäre Wissen und aktuelle Forschungsergebnisse nicht nur Expertenkreisen, sondern der gesamten Bevölkerung zur Verfügung zu stellen", erläutert Professorin Dierks, die Leiterin der Patientenuniversität. Sie will Wissen der Medizin vermitteln, über körperliche und seelische Abläufe im menschlichen Körper aufklären und Erkrankte und ihre Angehörigen im Umgang mit der Erkrankung unterstützen, aber auch Kenntnisse über Strukturen des Gesundheitswesens und methodische Grundlagen verständlich machen.

Die Patientenuniversität ist eine von zahlreichen Wissenschaftlern, Lehrenden und Studierenden getragene unabhängige Bildungseinrichtung an der Medizinischen Hochschule Hannover für unterschiedliche Zielgruppen: Für Bürgerinnen und Bürger, für Patientinnen und Patienten und für Patientenvertreterinnen und -vertreter aus Selbsthilfegruppen, Patientenorganisationen und Patientenberatungseinrichtungen. Die Patientenuniversität startet in drei Etappen für die verschiedenen Zielgruppen.

Die Kurse im Block „Gesundheitssystemkompetenz für Patientenvertreter" beginnen in diesem Monat. Dabei wird Fachwissen für Interessenvertretungen in politischen Gremien vermittelt. Im März 2007 startet der zweite große Block, die „Gesundheitsbildung für Bürger". In diesen Kursen sollen medizinische Themen laienverständlich erklärt werden. Der dritte Block „Patientenschulungen für Erkrankte" wird im Juni 2007 an den Start gehen. Hier werden Schulungsprogramme zur Unterstützung des Selbstmanagements bei Erkrankungen angeboten.

Weiter Auskünfte zur Patientenuniversität erhalten unter Sie unter www.patientenuniversitaet.de sowie bei Dipl.-Päd. Gabriele Seidel, Telefon 0511 532-8425. Dort können Sie auch ein Kursbuch für den Block „Gesundheitssystemkompetenz für Patientenvertreter" bestellen.

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