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Vergammeltes Fleisch in Kühlhäusern, verfallenes und umdatiertes Schweine- oder Wildragout im Supermarkt – Lebensmittelskandale erschüttern immer wieder die Öffentlichkeit. Jede Verbraucherin und jeder Verbraucher kann dazu beitragen, Anbieter schlechter Ware vom Markt zu drängen.
Bewusster Einkaufen
Die Produktion hochwertiger und frischer Fleischprodukte – vom Bauernhof bis zur Verkaufstheke – ist aufwändig und kostet. So erfordert ein Kilo Schnitzel in Bio-Qualität über 50 Prozent mehr Futteranbaufläche als ein Kilo konventionell produzierten Schnitzelfleischs. Schnitzel in Bio-Qualität erfordert auch zwischen 40 und 95 Prozent mehr Arbeit . Das ergaben Untersuchungen des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung.
Gutes Fleisch kann es daher nicht zum Billigtarif geben. Bewusst einkaufen heißt daher auch, nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die Herkunft der Produkte zu schauen. Dazu gehört etwa gezieltes Nachfragen an der Fleischtheke oder der Kauf zertifizierter frischer Bioprodukte. Zudem gibt es auch immer mehr regionale Anbieter, bei denen man sich vor Ort über die Qualität der Produkte informieren kann.
Gutes Fleisch erkennen
Ferner schützt ein genauer Blick beim Fleischeinkauf vor schlechter Ware. Fleisch sollte keinen unangenehmen Duft verströmen, sondern neutral mild bis leicht säuerlich riechen, keinesfalls süßlich. Es sollte nahezu trocken in der Packung liegen.
Vorsicht ist angesagt bei blassem, weichem und nässendem Fleisch, das bereits in der Theke in seinem eigenen Saft liegt. Bei Geflügelfleisch ist es wichtig, dass die Oberfläche nicht „schmierig“ aussieht und keine Druckstellen aufweist. Fleisch muss die Fingerdruckprobe bestehen. Es darf sich nicht schwammig weich anfühlen oder zu stark eindrücken lassen, sondern muss fest sein. Die Fleischfarbe sollte niemals ins Gräuliche abweichen.
Kontrollen der Behörden geben Sicherheit
Von staatlicher Seite aus sorgen zahlreiche Institutionen und Behörden dafür, Lebensmittel sicherer zu machen. Grundsätzlich ist die Lebensmittelüberwachung Aufgabe der Bundesländer. Gemeinsam mit den Ländern arbeitet auch das Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit an den Programmen mit. Wo Proben genommen werden, richtet sich die Kontrolle nach der Art des Lebensmittels. Die Kontrolle richtet sich auch nach der möglichen Gefährdung, die von bestimmten Produkten oder Herstellungsprozessen ausgehen kann.
Beanstandungen über die Jahre unverändert
Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden 2005 von den Überwachungsbehörden 400.526 Proben im Labor untersucht. Zudem wurden insgesamt mehr als eine Million Kontrollbesuche in fast 600.000 Betrieben gemeldet. Damit wurden 56 Prozent aller Betriebsstätten kontrollliert. Schwerpunkt dieser Untersuchungen mit einem Anteil von 10 Prozent an den Gesamtproben sind wie jedes Jahr Fleisch-, Wild- und Geflügelproben, beziehungsweise Erzeugnisse daraus.
Bei 15,3 Prozent aller Proben gab es Beanstandungen. Dieser Wert ist seit Jahren etwa gleich. Bei Lebensmitteln wurden Eis und Desserts am häufigsten bemängelt (21,4 Prozent) gefolgt von Fleischprodukten (20,2 Prozent).
An erster Stelle der Beanstandungen fanden sich Verstöße gegen die Kennzeichnung beziehungsweise irreführende Aufmachung (52 Prozent aller Proben mit Verstößen). An zweiter Stelle gab es Beanstandungen auf Grund verdorbener Lebensmittel beziehungsweise wegen krankheitserregender Keime (18 Prozent).
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