Montag, 08. September 2008
 

Starker Neuanstieg bei den Arzneimittelausgaben 2005

19.10.2006 Quelle: Springer-Verlag GmbH   

Foto: photocase.comDie Ausgaben bei den Arzneimitteln sind im Jahr 2005 wieder stark angestiegen. Mit einer fast 17-prozentigen Steigerung beliefen sich die Mehrkosten durch Medikamente auf 25,4 Mrd. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 3,6 Mrd. Euro.

Mit diesem starken Neuanstieg sind die Arzneimittel wieder der zweitgrößte Kostenfaktor der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Sie liegen damit um 3,8 Mrd. Euro weit über den ärztlichen Behandlungen, die sich insgesamt auf 21,6 Mrd. Euro belaufen. Damit konnte der erfolgreiche Trend einer Senkung der Arzneimittelausgaben im Jahr 2004 (21,7 Mrd. Euro) nicht beibehalten werden.

Dieser heftige Neuanstieg hatte sich nach Einschätzung der beiden Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports Prof. em. Dr. Ulrich Schwabe und Dr. Dieter Paffrath bereits im vergangenen Jahr deutlich abgezeichnet. Die Herausgeber kommen dabei zu dem Schluss, dass zwei Drittel des Kostenanstiegs durch innovative und therapeutisch sinnvolle Arzneimittel in der Krebstherapie (Zytostatika), Blutdrucksenker (Sartane) oder Antibiotika bedingt sind.

Ein Drittel, so Schwabe, beruhe jedoch auf der Verordnung von teuren Analogpräparaten ohne therapeutischen Zusatznutzen. Der starke Kostenanstieg bei den Analogpräparaten hat nach Angaben des Reports dazu geführt, dass die Einsparpotenziale im Jahre 2005 wieder auf 3,5 Mrd. Euro angestiegen sind und damit um 600 Mio. Euro über dem Wert von 2004 (2,9 Mrd. Euro) liegen.

Die größten Kostenreserven verteilen sich 2005 in den drei Arzneimittelmarktsektoren Analogpräparate, Generika und umstrittene Arzneimittel wie folgt: bei einer wirtschaftlicheren Verordnungsweise ohne therapeutischen Qualitätsverlust könnten 1,6 Mrd. Euro durch die Substitution von teureren Analogpräparaten eingespart werden. An zweiter Stelle folgen die Generika mit einem Einsparpotenzial von 1,3 Mrd. Euro. Der dritte Sektor mit erheblichen Kostenreserven liegt bei den umstrittenen Arzneimitteln mit 600 Mio. Euro.

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