Einsatz der ersten künstlichen Lungen
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30.10.2006
Quelle: Neue Apotheken Illustrierte
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Die Medizin musste lange auf eine künstliche Lunge warten. Es ist sehr schwierig, mit technischen Mitteln die Funktionen der Lunge mit ihrem komplizierten Gasaustausch nachzubauen. Mittlerweile gibt es ein solches Gerät jedoch und es wird bereits in einigen Kliniken hier zu Lande eingesetzt.
Der Bedarf für das Gerät ist groß: Neun Millionen Menschen sterben pro Jahr weltweit an Lungenerkrankungen, so die Weltgesundheitsorganisation. In vielen Fällen reicht es zwar aus, einen lungenkranken Patienten künstlich mit einer Beatmungsmaschine zu beatmen, doch ganz unproblematisch ist das nicht. In einer Pressemitteilung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf heißt es dazu: »Während beim natürlichen Atemvorgang die Luft mit Unterdruck in die Lunge gesaugt wird, presst die Beatmungsmaschine die Atemluft in die Lungenbläschen und kann dadurch die bereits geschädigte Lunge noch weiter schädigen.«
Das neue, außerhalb des Körpers angeschlossene Lungenersatzsystem ist über Kanülen in Arterien und Venen des Leistenbereichs mit dem Blutkreislauf des Körpers verbunden. Den Brustkorb muss man dazu nicht öffnen. Dr. Axel Nierhaus von der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf erläutert das Verfahren: »Ohne mechanische Pumpen, nur durch den Druckunterschied zwischen Arterie und Vene, wird das Blut durch die künstliche Lunge getrieben. Spezielle Membranen in dem nur 14 mal 14 Zentimeter großen Kästchen ersetzen die menschlichen Lungenbläschen und entfernen damit auch das gesamte Kohlendioxid aus dem Blut.«
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