| Freitag, 25. Juli 2008 |
Gesundheit
Daunen, Wolle & Co. - Warme Hülle für kalte Tage Die Allround-Bekleidung für jede Temperatur wird es auch in absehbarer Zeit nicht geben. Ziel der bekleidungsphysiologischen Forschung ist es deshalb zu ermitteln, welche Kleidung für welchen Zweck und Einsatzbereich angemessen ist und entsprechende Hinweise für den Träger zu geben. Bei Schlafsäcken kann man das Ergebnis dieser Arbeit bereits hautnah erleben: Dort wird nach einem normierten Verfahren der Temperaturbereich ermittelt und am Produkt ausgewiesen, in dem dieses zum Einsatz kommen kann, ohne dass sich der Nutzer unwohl fühlt oder gesundheitliche Schäden zu befürchten sind. Auch bei Bettwaren lässt sich anhand einer Grafik die optimale Bettdecke, abhängig von der Umgebungstemperatur und dem Körpergewicht des Schläfers, ermitteln.
Bei Bekleidung ist, anders als bei Schlafsäcken und Bettdecken, der Aktivitätsgrad und die damit verbundene unterschiedliche Wärmeproduktion des Körpers zu berücksichtigen. Hier gilt es nach wie vor, bei kalter Witterung das „Zwiebelschalenprinzip“ anzuwenden, d. h. mehrere Kleidungsschichten übereinander zu tragen, die nach Bedarf abgelegt werden können. Bei deren Auswahl sollte man aber unbedingt die o. g. Überlegungen zum Wärme- und Feuchtetransport im Auge behalten und die einzelnen Kleidungsstücke aufeinander abstimmen, um ein optimales Wärme- und Feuchtemanagement sicherzustellen.
Wie kann ich den Tragekomfort von Bekleidung im Laden beurteilen?
Selbst für den Fachmann ist es schwierig, den Tragekomfort eines Kleidungsstückes allein anhand des Augenscheins zu beurteilen. Die Aussagen der Hersteller sind zum Teil recht blumig, aber untereinander kaum vergleichbar. Wer also wissen möchte, welcher Skianzug gute Wärmeisolation bietet, beim Aprésski aber den Schweiß nicht in Strömen fließen lässt oder welche Sportunterwäsche den Schweiß am besten aufnimmt ohne unangenehm auf der Haut zu „kleben“ , ist auf eine objektive, herstellerunabhängige Beurteilung angewiesen.
Diese bietet die Tragekomfortnote, wie sie basierend auf einer Reihe von Messwerten ermittelt wird. Die Tragekomfortnote, in der Regel in Verbindung mit dem Hohensteiner Qualitätslabel am Produkt ausgewiesen, reicht von 1 „sehr gut“ bis 6 „ungenügend“. Sie deckt sowohl die thermophysiologischen Eigenschaften eines textilen Materials ab, wie z. B. Wärmeisolation, Atmungsaktivität und Feuchte-Management, als auch die hautsensorischen Aspekte des Tragekomfort, d. h. ob die Textilien als angenehm weich und anschmiegsam empfunden werden oder im Gegensatz dazu als unangenehm kratzend bzw. auf der schweißfeuchten Haut anklebend. Für all diese Eigenschaften von Textilien haben die Hohensteiner Wissenschaftler objektive Messmethoden entwickelt, deren Ergebnisse in die Berechnung der Tragekomfortnote einfließen.
Was bei Kleidung für den Normalbürger freiwillig ist, ist bei Kälteschutzkleidung für den professionellen Einsatz (z. B. im Kühlhaus) heute schon Pflicht: Hier muss der Hersteller die Wärmeisolation prüfen lassen und das Ergebnis auf der Kleidung auszeichnen. Der Anwender kann dann anhand einer Tabelle, die in der dazugehörigen Norm angegeben ist, bestimmen, wie lange die Kleidung bei vorgegebener Arbeitsschwere und Umgebungstemperatur getragen werden kann.
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