Freitag, 10. Oktober 2008
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25 Jahre Studie Jugendsexualität: Das erste Mal nicht so früh wie gedacht

14.11.2006 Quelle: BZgA   

Foto: pixelquelle.deSeit 25 Jahren analysiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Einstellungen und Verhaltensweisen von Jugendlichen zu Aufklärung, Sexualität und Verhütung. Die aktuelle Studie zeigt, dass Jugendliche heute entgegen landläufiger Meinung nicht früher Sex haben als vor fünf Jahren. Beim ersten Geschlechtsverkehr benutzt die Mehrzahl Kondome.

Die in der ersten Studie 1980 Befragten sind mittlerweile die Elterngeneration der heutigen Jugend. Die neueste Befragung 2005 setzt die Trendmessungen fort. Die aktuelle Studie ist die Sechste ihrer Art. Befragt wurde auch diesmal eine große Stichprobe von 2.497 Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sowie deren Eltern. Hier einige der wichtigsten aktuellen Ergebnisse:

Sexualaufklärung: Jungen holen auf. 1980 - so zeigt die Studie - wurde nicht einmal die Hälfte der Jungen zu Hause aufgeklärt und wenn, dann reichte es bei jedem 4. Jungen nur zu einem einmaligen Gespräch. Damals konnten außerdem 35 Prozent der Jungen keine Vertrauensperson in sexuellen Fragen benennen. Von 1980 bis heute ist jedoch hinsichtlich der Aufklärungsbemühungen der Eltern ein stetiger Anstieg der ursprünglich benachteiligten Jungen gegenüber den Mädchen zu beobachten. In 2005 wurden 65 Prozent der Jungen und 75 Prozent der Mädchen von den Eltern selbst aufgeklärt. Eltern sind heute auch Vertrauenspersonen in sexuellen Fragen. Jungen nennen sie zu 54 Prozent (1980: 28 Prozent), bei Mädchen liegt die Zahl bei 64 Prozent (1980: 44 Prozent).

Verhütungsempfehlung geschlechtsspezifisch ausgerichtet. Eine konkrete Verhütungsberatung durch das Elternhaus erhalten immer noch mehr Mädchen (70 Prozent) als Jungen (60 Prozent). Der Unterschied zu 1980 ist bei beiden Geschlechtern eindrucksvoll: Heute werden jeweils etwa doppelt so viele Jugendliche wie vor 25 Jahren von den Eltern zur Verhütung beraten. Diese Verhütungsempfehlung erfolgt jedoch recht einseitig und geschlechtsspezifisch: Kondom für die Jungen (90 Prozent), Pille für die Mädchen (65 Prozent). Den Mädchen wird das Kondom immerhin zu 48 Prozent zusätzlich empfohlen.

Schulische Sexualerziehung - weit verbreitet und gut angenommen. Der Schulunterricht ist für Jungen die meistgenannte, für Mädchen die zweithäufigst angeführte Quelle für Kenntnisse über Sexualität. Überdurchschnittlich wichtig sind Lehrerinnen und Lehrer besonders für die Jugendlichen, bei denen die Eltern nur begrenzt Ansprechpartner sind.
2005 ist endgültig die Parität zwischen West- und Ostdeutschland hinsichtlich der Sexualerziehung an Schulen erreicht. Noch 1996 kam nur etwa die Hälfte der ostdeutschen Jugendlichen über die Schulen mit Sexualerziehungsthemen in Berührung. Heute sind es gleichermaßen neun von zehn der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren.

Zahl Koituserfahrener bei 17jährigen steigend, bei 14jährigen konstant. In allen Altersgruppen verfügen Mädchen über mehr sexuelle Erfahrung als Jungen. Im Alter von 14 Jahren haben 12 Prozent der Mädchen und 10 Prozent der Jungen Geschlechtsverkehrerfahrung, mit 15 Jahren sind es 23 Prozent der Mädchen und 20 Prozent der Jungen, mit 16 Jahren sind es 47 Prozent der Mädchen und 35 Prozent der Jungen und bei den 17-Jährigen sind es 73 Prozent der Mädchen und 66 Prozent der Jungen. Das bedeutet aber auch, dass 34 Prozent der Jungen und 27 Prozent der Mädchen bis 17 Jahren noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Während sich im Vergleich zu 2001 bei den 14jährigen Mädchen keine relevanten Veränderungen zeigen, ist in der Gruppe der 17jährigen Mädchen ein deutlicher Sprung von 66 Prozent auf 73 Prozent zu verzeichnen.



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