Freitag, 25. Juli 2008
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25 Jahre Studie Jugendsexualität: Das erste Mal nicht so früh wie gedacht

14.11.2006 Quelle: BZgA   
Verhütung beim ersten Mal: Kondom ist Nr. 1. Die große Mehrheit verhält sich beim ersten Geschlechtsverkehr verantwortungsbewusst: 71 Prozent der Mädchen und 66 Prozent der Jungen verhüten beim ersten Mal mit Kondom und/oder 35 Prozent bzw. 37 Prozent mit der Pille. 1980 lag die Kondomnutzung beim ersten Mal nach Angaben der Mädchen noch bei 32 Prozent, bei den Jungen nur bei 28 Prozent. Im Zuge dieser Entwicklung hat sich die Zahl derjenigen, die beim ersten Mal nicht verhüten, seit 1980 halbiert und liegt jetzt bei 9 Prozent der Mädchen und 15 Prozent der Jungen. Gerade die männlichen Jugendlichen geben als wesentlichen Grund für die fehlende Verhütung an, dass der erste Geschlechtsverkehr ungeplant war und sie von der Situation „völlig überrascht“ waren.

Frauenarztbesuch: Spätestens mit 16. Bei den 14-Jährigen ist mit 28 Prozent und bei den 15-Jährigen mit 44 Prozent der Frauenarztbesuch nicht mehrheitlich verbreitet. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl dann sprunghaft an: bei den 16-Jährigen sind es fast drei von vier, und unter den 17-Jährigen bilden diejenigen, die diese Erfahrung noch nicht gemacht haben, mit 13 Prozent eine Minderheit. Dennoch geht die Zahl der sexuell erfahrenen Mädchen, die vor dem ersten Mal zum Frauenarzt bzw. zur Frauenärztin gehen, von 40 Prozent im Jahr 2001 auf aktuell 34 Prozent zurück.

Die "Pille danach" als Notfallmaßnahme. 88 Prozent der Mädchen und 69 Prozent der Jungen, die bereits Geschlechtsverkehr haben, wissen, dass es eine letzte Möglichkeit gibt, wenn kein Verhütungsmittel genutzt wurde oder etwas schief gegangen ist. Damit ist die Kenntnis über die Möglichkeit der Notfallverhütung etwas mehr verbreitet als vor fünf Jahren. Knapp 10 Prozent der Mädchen haben auch bereits persönliche Erfahrung mit der "Pille danach" gemacht.

"Jetzt schwanger? - Eine Katastrophe!" So die Reaktion bei zwei von drei Mädchen, und bei mehr als der Hälfte der Jungen. Für immer mehr Minderjährige passt eine potenzielle Schwangerschaft im jugendlichen Alter weniger als je zuvor in ihr Vorstellungsbild. Für die restlichen Jugendlichen ist die Vorstellung einer jetzt eintretenden Schwangerschaft zumindest "sehr unangenehm"; nur wenige beschreiben diese Möglichkeit mit positiveren Gefühlen.

Späterer Kinderwunsch vorhanden. Bei der Mehrzahl der Mädchen gehört die Vorstellung, später einmal Kinder zu haben, zum Lebensentwurf dazu (68 Prozent "ja, möchte Kinder", 7 Prozent "nein, möchte keine Kinder"). Jungen sind nicht grundlegend ablehnender eingestellt (9 Prozent "nein"), aber weitaus häufiger noch unentschieden (40 Prozent "weiß nicht"). Auffällig sind die West-Ost-Unterschiede: Mädchen und Jungen in den neuen Bundesländern äußern um 12 bzw. 10 Prozentpunkte häufiger als Jugendliche in den alten Bundesländern ausdrücklich den Wunsch, später Kinder haben zu wollen.

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Die Studie „Jugendsexualität“ steht zum Downloaden unter www.sexualaufklaerung.de.

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