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Im November schleicht sich bei vielen der Blues ins Gemüt. Gründe, sich niedergeschlagen und lustlos zu fühlen, liefert das herbstliche Schmuddelwetter genügend: Es ist zu kalt, zu nass und zu dunkel. „Ist das normal?“, fragen sich die Betroffenen, wenn die Stimmung immer öfter auf den Nullpunkt sinkt.
„Halten Symptome wie Erschöpfung und Antriebslosigkeit länger als zwei Wochen an, kann dies auf eine so genannte saisonal abhängige Depression (SAD) hindeuten“, erläutert Diplom-Psychologe Frank Meiners. Was viele nicht wissen: Auch Heißhunger auf Schokolade und eine andauernde Müdigkeit sind typisch.
Trübsinn durch Lichtmangel
Bevor der Arzt konsultiert wird, können oft schon einfache Maßnahmen zur Vorbeugung eine deutliche Wirkung zeigen. Auslöser für den vorprogrammierten Trübsinn ist der Lichtmangel in den Wintermonaten. Typischerweise treten die Symptome jedes Jahr pünktlich mit Herbstbeginn auf, lassen aber im Frühjahr wieder nach. Sobald das Tageslicht dem Körper einen anderen Rhythmus signalisiert, geraten Hormone und Botenstoffe im Gehirn aus dem Gleichgewicht. Der Körper produziert jetzt viel müde machendes Melatonin und wenig Serotonin – ein Botenstoff, der die Aktivität anregt. Da auch Zucker die Produktion von Serotonin ankurbelt, erscheint den Betroffenen der Griff zu Süßigkeiten und Schokolade jetzt besonders verlockend.
Aktiv gegen schlechte Laune
Gegen den Novemberblues helfen oft regelmäßige Spaziergänge. Selbst an bewölkten Tagen kann der Körper dabei noch ausreichend Licht tanken. So ist die Helligkeit draußen drei- bis viermal so stark wie die Zimmerbeleuchtung. Wer trotz Nieselregen die Zähne zusammenbeißt und zur Walking- oder Joggingtour aufbricht, stärkt nicht nur die Abwehrkräfte, sondern wird von seinem Körper auch mit einer extra Portion Wohlbefinden belohnt. Für bessere Laune sorgt außerdem die richtige Ernährung: Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln und Kartoffeln kurbeln die Produktion von Serotonin an. Obst und Gemüse halten zusätzlich fit, weil sie den Körper mit allen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgen.
Wenn der Blues sehr hartnäckig ist
Bei ungefähr einem Prozent der Deutschen reicht dies allerdings nicht aus: Sie leiden tatsächlich unter einer saisonal abhängigen Depression. „In diesem Fall kann eine Behandlung beim Arzt den Betroffenen viel Leid ersparen“, rät Diplom-Psychologe Meiners. Bei schwerem Krankheitsverlauf kann zum Beispiel eine spezielle Lichttherapie oder medikamentöse Behandlung helfen. „Viele Betroffene sind nicht ausreichend informiert und ihnen ist nicht bewusst, dass eine psychische Erkrankung genauso behandelt werden sollte wie eine körperliche Krankheit“, so Meiners. Ein Lichtblick bei dieser Depressionsform: Sie endet, sobald das Frühjahr beginnt.
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