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Würden sich alle Krankenhäuser in Deutschland an den effizienten Kliniken orientieren, könnten allein in der Verwaltung bis zu 3,7 Milliarden Euro jährlich eingespart werden. Zu diesem Ergebnis kommt der heute in Bonn veröffentlichte Krankenhaus-Report 2006. Schwerpunkt des neuen Reports ist das Thema "Krankenhausmarkt im Umbruch".
Für den Krankenhaus-Report 2006 hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) die Verwaltungsausgaben der Krankenhäuser analysiert. Dabei haben sich erhebliche Effizienzunterschiede zwischen den Bundesländern und Klinikträgern gezeigt.
Im Vergleich sind die Berliner Krankenhäuser am wenigsten effizient. Dort könnten laut Report pro Krankenhausfall 509 Euro bei den Verwaltungskosten eingespart werden.
Bezogen auf das absolute Einsparvolumen liegt Nordrhein-Westfalen mit 721 Millionen Euro an der Spitze.
Beim Vergleich der Träger weisen die öffentlichen Krankenhäuser die schlechtesten Effizienzwerte bei der Verwaltung auf. Freigemeinnützige und private Häuser stehen laut WIdO deutlich besser da. Das mögliche Einsparpotenzial bei den Kliniken in öffentlicher Trägerschaft beziffern die Experten auf 2,9 Milliarden Euro.
Die meisten Behandlungsfälle in Sachsen-Anhalt
Deutliche regionale Unterschiede verzeichnet der Krankenhaus-Report bei der Zahl der Behandlungsfälle. Die meisten Krankenhausbehandlungen je 100.000 Einwohner gab es 2004 in Sachsen-Anhalt (22.474) und im Saarland (22.209). Am seltensten wurden die Baden-Württemberger im Krankenhaus behandelt (17.540). Bei der Behandlung von Kreislauferkrankungen liegt die Zahl der Klinikfälle in Baden-Württemberg sogar 68 Prozent unter der des Saarlandes.
Krankenhausmarkt: Kartellamt antwortet Kritikern
Der Gesetzgeber sieht für das Jahr 2009 eine umfassende Neuregelung des Krankenhausmarktes vor. Der Krankenhaus-Report 2006 liefert mit Blick darauf Impulse zur Planung, Finanzierung und regionalen Versorgung. Unter anderem nimmt das Bundeskartellamt Stellung zu den Veränderungen im Krankenhausmarkt und der Kritiken an seinen Regulierungsentscheidungen.
Die Herausgeber des Krankenhaus-Reports betrachten die Veränderungen im Krankenhausmarkt nicht zwingend als Krise. Es gebe viele Möglichkeiten, den Klinikmarkt wirtschaftlich und ohne Qualitätseinbußen zu restrukturieren und durch geeignete Planung und Regulierung auch die Versorgung in der Fläche zu sichern. Ein radikaler Wandel im Markt sei nicht zu erwarten. Der Anteil der privaten Kliniken liege jetzt bei 25,6 Prozent. 36 Prozent der Krankenhäuser sind in öffentlicher Hand, 38,4 Prozent befinden sich in freigemeinnütziger Trägerschaft.
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