29.11.2006
Quelle: EuSalt
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Physiologisch gesehen ist eindeutig nachgewiesen, dass die Salzaufnahme vom gesunden Körper selbst geregelt wird, hauptsächlich durch die Ausscheidung des überschüssigen Natriums über die Nieren. Doch wird heute zu unrecht an dem Mythos festgehalten, dass Salzkonsum automatisch eine Zunahme des Flüssigkeitsvolumens zur Folge hat und somit eine der Ursachen für hohen Blutdruck darstellt.
Jüngste Ergebnisse (2,3) zeigen, dass es ein zusätzliches, zweites Regelsystem gibt. Dr. Martina Heer vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin fand heraus, dass dieser zweite Mechanismus den Natriumhaushalt und die Speicherung im Körper ohne die Retention zusätzlichen Wassers regelt.
Es gibt ebenfalls klare Beweise dafür, dass bei Personen mit normalem Blutdruck, die Blutdruckergebnisse, nachdem sie Salz zu sich genommen haben, höchst unterschiedlich ausfallen, sodass die Wissenschaftler keine eindeutigen Schlüsse ziehen können, und dass die Verringerung der Salzaufnahme nur bei einigen - und nicht etwa bei allen - Personen mit Bluthochdruck nützlich ist. Für gesunde Menschen gibt es jedenfalls keinen eindeutigen Beweis, dass die Verringerung des Salzkonsums gesundheitlich von Vorteil ist.
Nachweise, die mit fragwürdigen statistischen Methoden aus zweideutigen Studien mit zu wenig realen Daten geführt werden, tragen jedoch dazu bei, dass der Mythos, demzufolge eine Salzreduktion für die allgemeine Gesundheit immer von Vorteil ist, aufrechterhalten wird.
Beweise sind auch Interpretationssache. Forschungsergebnisse können auf verschiedene Art und Weise interpretiert werden, wie sich z.B. anhand der weltweit an 52 Zentren durchgeführten Intersalt Studie zeigen lässt. Die erste Interpretation der Studie behauptet einen Zusammenhang zwischen Salzaufnahme und Zunahme des Blutdrucks. Bei dieser Interpretation wurde allerdings nicht berücksichtigt, dass ein Teil der untersuchten Bevölkerung aus vier Stämmen bestand, die unter völlig unterschiedlichen Bedingungen und ohne Zugang zur Zivilisation lebten (die 4 Spiegelstriche links der Abbildung sowie die rote Kurve). Als die Ergebnisse dieser 4 Stämme aus der Intersalt Studie ausgeklammert wurden, stellten die Wissenschaftler sogar einen umgekehrten Zusammenhang fest (gelbe Kurve). Leider werden häufig mit Vorliebe gegen das Salz sprechende Hinweise bei der Interpretation berücksichtigt.